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Einen Schutz fürs Ersparte bietet in erster Linie eine Mischung aus Zinsanlagen, Aktien und Aktienfonds – auch aktuell. Panik ist nicht angebracht, beruhigt Finanztest. Extreme Inflations-Szenarien gelten als äußerst unwahrscheinlich.

Bewährtes Sparen auch bei Inflation 

Viele Anleger fürchten sich vor einer Geldentwertung, wieder andere rüsten sich für eine Währungsreform. Dabei gibt es weder einen Grund zur Panik, noch sollten bisherige Anlagestrategien über den Haufen geworfen werden, beruhigt „Finanztest“.

Über 70 Prozent der Deutschen sehen aktuell die Gefahr einer steigenden Inflation. Das ergab eine Umfrage der Münchner Unternehmensberatung Progenium. Doch für übertriebene Angst gibt es keinen Anlass. Laut der Zeitschrift „Finanztest“ sprechen volkswirtschaftliche Indikatoren nicht für eine hohe Inflation in nächster Zeit. Anleger sollten sich deshalb von dubiosen Anbietern keine Angst einreden lassen.

„Jeder kann sein Geld so anlegen, dass es weitgehend vor Inflation geschützt ist und die meisten müssen dafür gar nicht viel tun.“ Zu diesem Ergebnis kommt „Finanztest“ in ihrer aktuellen Ausgabe. „Es gibt keinen Grund für eine völlig neue Geldanlage“, schreiben die Tester. Sie haben nachgerechnet, wie sich Aktien, Anleihen und Gold in den vergangenen vierzig Jahren entwickelt haben – in Zeiten hoher und niedriger Inflation.

Aktien: unabhängig von der Inflation

In der Analyse zeigte sich kein erkennbarer Zusammenhang zwischen der Inflation und den realen Renditen von Aktien, schreiben die Tester. Sie entwickelten sich demnach unabhängig von der Inflation und boten zudem die höchsten realen Renditen, ihr Wert schwankte aber stark. Anleger sollten daher ihren Aktienanteil lassen, wie er ist, rät „Finanztest“.

Anleihen: kurzfristiger Schutz

Im Vergleich der Jahrzehnte boten den kurzfristig zuverlässigsten Inflationsschutz einjährige Bundesanleihen. Mit ihnen lagen Anleger nach Abzug der Inflation so gut wie immer im Plus. Über die gesamten vierzig Jahre betrachtet, waren die Renditen im Vergleich mit den anderen Anlageformen aber die geringsten. Auch zurzeit scheinen diese Wertpapiere wenig rentabel. Mit Tagesgeld- und Festgeldkonten bekommen Anleger bei vergleichbarer Sicherheit und Flexibilität höhere Renditen.

Mythos Gold: riskante Geldanlage

Bei Gold kam es in Zeiten höherer Inflationsraten zu starken Preisausschlägen. Wer einen guten Einstieg erwischte, konnte hohe Renditen mit dem Edelmetall erzielen. Möglich waren aber auch hohe Verluste, mahnt „Finanztest“. Wer aus Angst vor Inflation viel Geld in Gold umschichtet, bringt sein Geld damit nicht in Sicherheit, sondern erhöht sein Risiko.

Anlage-Tipps

-Mix: Der beste Inflationsschutz für Ihre Geldanlage ist ein guter Mix aus Zinsanlagen und chancenreichen Anlagen wie Aktien und Aktienfonds.

-Gold: Gold ist riskant. Es sollte in Ihrem Depot nicht mehr als 10 Prozent an all Ihren riskanten Anlagen ausmachen. Gold ist zurzeit teuer und notiert außerdem in Dollar. Sie tragen außer dem Goldpreis- auch ein Wechselkursrisiko. Auch als Zahlungsmittel taugt Gold nur bedingt. Kleine Goldstücke kosten zu viel, große sind zum Einkaufen ungeeignet.

-Zinspapiere: Wenn Sie kurzfristig gegen Inflation abgesichert sein wollen, dann legen Sie Ihr Geld auf ein gut verzinstes Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Einjährige sowie inflationsindexierte Bundesanleihen sind im Moment nicht zu empfehlen, weil sie zu teuer sind.

-Aktien: Wenn Sie einen möglichst guten langfristigen Schutz gegen Inflation suchen, kaufen Sie Aktien oder Aktienfonds. Selbst als sicherheitsorientierter Anleger können Sie 15 Prozent Ihres Depots mit Aktienfonds füllen.

-Warnung: Anlageverkäufer, die gezielt Ängste schüren, sind unseriös. Hier sollten Sie besser nichts abschließen.

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