Bewegung in Tarifverhandlungen bei den Banken

Frankfurt/Main - In die Tarifverhandlungen für die bundesweit rund 250 000 Beschäftigten bei den privaten und öffentlichen Banken ist Bewegung gekommen. Die Arbeitgeber legten in der dritten Verhandlungsrunde am Dienstag in Frankfurt erstmals ein Angebot vor.

Danach sollen die Tarifgehälter bis Ende 2010 in drei Stufen um insgesamt sechs Prozent steigen. "Unser Angebot stellt auf die aktuelle Branchensituation in angemessener Weise ab", sagte Banken-Verhandlungsführer Heinz Laber am Dienstag laut Mitteilung in Frankfurt. Die Verhandlungen dauerten am Abend an. ver.di fordert acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 260 Euro pro Monat mehr sowie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Die Gewerkschaft nannte die Gespräche "sehr konfliktreich". Einige kontroverse Themen würden in den Verhandlungen ausgeklammert, sagte eine ver.di-Sprecherin. Die Gewerkschaft verlangt den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und hat mit einer Ausweitung der Protestaktionen gedroht. Zentraler Knackpunkt ist neben dem Gehalt die Beschäftigungssicherheit im Falle von Fusionen. Die Gewerkschaft befürchtet bei den anstehenden Zusammenschlüssen deutscher Großbanken den Abbau Zehntausender Stellen. Die Arbeitgeber sind aber nicht bereit, den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen tariflich festzuschreiben.

Die Gespräche sollten bis in den späten Abend fortgesetzt werden. ver.di hatte vor Beginn der Gespräche mit einer Ausweitung der Protestaktionen gedroht. ver.di hatte in den vergangenen Wochen in verschiedenen Großstädten mit Warnstreiks versucht, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Vor einer Woche hatten in Frankfurt mehr als 800 Bank-Mitarbeiter für mehr Geld demonstriert. Am Montag beteiligten sich in Berlin 700 Mitarbeiter an einer Aktion.

Die Arbeitgeber weisen die Gehaltsforderung als überzogen zurück. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) und der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) pochen auf eine flexiblere Vergütung. Erst wenn sich in diesen und anderen Fragen eine Einigung abzeichnet, wollen sie über die Einkommen sprechen. Ver.di lehnt eine Flexibilisierung der Bezahlung ab, da Gehaltseinbußen befürchtet werden. Der geltende Tarifvertrag war am 30. Juni ausgelaufen.

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