G7 bewerten Lage der Weltwirtschaft günstig

Aufwärtsschub: - Washington - Die sieben größten Industrieländer (G7) sehen den Zustand der Weltkonjunktur günstig, warnen zugleich aber vor Risiken. Die Weltwirtschaft erlebe ihr stärkstes, dauerhaftes Wachstum seit 30 Jahren und werde zugleich ausgeglichener.

So hieß es in einer Erklärung nach einem Treffen von Vertretern der G7-Finanzministerien und Notenbanken in Washington. US-Finanzminister Henry Paulson rief zugleich aber zu Wachsamkeit mit Blick auf stark schwankende Energiepreise, die Gefahr eines wiedererwachenden Protektionismus und plötzliche Einbrüche an den Weltfinanzmärkten wie im Februar und März auf.

Die Entwicklung der US-Wirtschaft nannten die Teilnehmer des Treffens in ihrem Abschlussdokument trotz einer Abschwächung des Konsums solide. Die Euro-Zone erlebe einen "gesunden Aufwärtsschub". In Japan verlaufe die Erholung gut und werde fortgesetzt. Allerdings sei eine weitere Stärkung der Binnennachfrage wünschenswert, um ein weiteres robustes Wachstum der Weltwirtschaft zu sichern.

Die G7 forderten Schwellenländer mit großen Leistungsbilanzüberschüssen wie besonders China zu mehr Beweglichkeit bei ihren Wechselkursen auf, damit es zu "notwendigen Anpassungen" komme. Die USA werfen China seit langem vor, den Kurs seiner Währung künstlich niedrig zu halten, um Exporte zu fördern.

Die Teilnehmerstaaten Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada sprachen sich darüber hinaus für einen erfolgreichen Abschluss der Doha-Runde zur Liberalisierung des Welthandels aus. Die Absenkung von Zöllen und anderen Handelshemmnissen sei entscheidend für neue Zuwächse im Welthandel und Erfolge im Kampf gegen Armut, hieß es in der Erklärung.

In der Debatte um die als besonders riskant angesehen Hedge-Fonds stehen unterdessen die Forderungen unter anderem Deutschlands nach mehr Transparenz und Information der Position der USA und Großbritanniens gegenüber, die jede Art der Überwachung der Anlageinstrumente skeptisch sehen. Deutschland hofft zumindest auf eine Art Verhaltenskodex für die Fonds.

Der Verzicht von Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) auf eine Teilnahme an dem Treffen traf in Washington auf Gelassenheit. Auch andere Minister hätten abgesagt und plausible Gründe genannt, sagte der Abteilungsleiter im US- Finanzministerium, Tim Adams. Mit Blick auf Steinbrücks Urlaubsreise nach Namibia sagte er: "Als Vater von drei Kindern scheint es mir eine gute Idee, Zeit mit der Familie zu verbringen."

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