Bezahlfernsehen soll Fußballern die Kassen füllen

- München - Die Vereine der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga wollen die Zuschauer zum Bezahlfernsehen drängen und so künftig mehr verdienen. Die Klubs gehen davon aus, dass sich ihre wirtschaftliche Lage dank steigender Einnahmen und sinkender Ausgaben in den kommenden Jahren verbessern wird, hat eine Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens Ernst & Young ergeben.In der kommenden Saison werden den Bundesligaklubs insgesamt rund 295 Millionen Euro aus TV-Einnahmen zufließen. Das ist im internationalen Vergleich relativ wenig. Die Premier League in England erhält über 710 Millionen Euro, die italienischen und französischen Vertreter kassieren jeweils 550 Millionen.

Den Hauptgrund dafür sehen die von Ernst & Young befragten Fußball-Manager darin, dass sich bislang vergleichsweise wenige Menschen in Deutschland für Bezahlfernsehen interessieren. Die Möglichkeit, Zusammenfassungen der Bundesligaspiele zeitnah im frei empfangbaren Fernsehen zu erhalten, verringere die Attraktivität des Pay-TV-Senders "Premiere", wo die Live-Übertragungen extra bezahlt werden müssen.

 "Signifikante Einnahmensteigerungen ab 1. Juli 2006 werden allerdings nur über das Pay-TV möglich sein", erklärt Arnd Hovemann von Ernst & Young. Deshalb wollen die Klubs offenbar die Fernsehzuschauer zum Bezahlfernsehen drängen - zum Beispiel indem Sportsendungen der frei empfangbaren Sender erst am späten Abend über Fußball berichten dürfen. Das soll den Anreiz für die Zuschauer, ein Premiere-Abo zu kaufen, erhöhen und so den Klubs weitere Millionen in die Kassen spülen. "Die deutschen Fernsehzuschauer werden ihre Fernsehgewohnheiten ändern müssen", prophezeit Hovemann. In wenigen Wochen beginnt die Ausschreibung für die Bundesliga-Fernsehrechte ab der Saison 2006/2007.

Ungeachtet dessen schätzen die Klubmanager die derzeitige Situation der Branche deutlich positiver ein als im letzten Jahr. Zwei Drittel der Befragten erwarten für die Saison 2004/2005 ein positives finanzielles Ergebnis. Die Mehrheit (53 Prozent) geht zudem von steigenden Einnahmen in der kommenden Saison aus. Die Hoffnungen liegen dabei vor allem im Bereich des Sponsoring: 64 Prozent der Befragten erwarten, dass diese Einnahmen steigen werden. Die Ausgaben der Klubs sollen vor allem kurzfristig zurückgefahren werden. Insbesondere die Kosten für Personal und Transfers stehen verstärkt auf dem Prüfstand. Die meisten Klubs sind nach wie vor nur unzureichend mit Eigenkapital ausgestattet.

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