+
Die Bank Lehman Brothers ging im September 2008 pleite.

BGH: Kein Schadensersatz für Lehman-Anleger

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof hat Schadensersatzklagen von Anlegern der Pleite-Bank Lehman Brothers abgewiesen. Die beklagte Sparkasse habe ihre Beratungspflichten nicht verletzt.

Der Bundesgerichtshof hat Schadensersatzklagen von Anlegern der Pleite-Bank Lehman Brothers abgewiesen. Die Anleger seien beim Kauf von Zertifikaten nicht unzureichend oder falsch beraten worden, entschied der BGH in einem am Dienstag verkündeten Urteil. Deshalb hätten die Anleger keinen Anspruch auf Rückzahlung des investierten Geldes. Die Sparkasse habe beim Verkauf der Papiere ihre Beratungspflichten nicht verletzt (Az. XI ZR 178/10 und XI ZR 182/10).

Die Insolvenz der amerikanischen Investmentbank sei nicht vorhersehbar gewesen, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung. Auch hätte die Sparkasse die Anleger nicht über ihre Gewinnmarge beim Verkauf informieren müssen.

Wirtschaftskrise: Diese Banken hat es am meisten getroffen

Wirtschaftskrise: Diese Banken hat es am meisten getroffen

Die beiden Anleger hatten auf Empfehlung der Hamburger Sparkasse jeweils für 10 000 Euro sogenannte Zertifikate gekauft, die von Lehman herausgegeben wurden. Die Höhe und der Zeitpunkt der Rückzahlung sollte von der Entwicklung bestimmter Aktien abhängen. Als Lehman Brothers im September 2008 pleiteging, wurden die Papiere weitgehend wertlos. Die Anleger verklagten ihre Sparkasse, weil diese sie nicht ausreichend über die Risiken sowie den eigenen Gewinn beim Verkauf der Produkte aufgeklärt habe.

Insgesamt sind derzeit allein beim BGH 40 weitere Verfahren um Ansprüche von Lehman-Anlegern anhängig. Die nun entschiedenen Fälle hätten “eine gewisse Pilotfunktion“, sagte der Vorsitzende Richter. Allerdings seien in jedem Einzelfall die genauen Umstände der Beratung zu berücksichtigen.

dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona: Reisende warten trotz Milliardenhilfen auf ihr Geld - jetzt geht Merkels Regierung die Lufthansa an
Die Lufthansa hat in der Corona-Krise staatliche Hilfen bekommen, trotzdem erfolgt die Rückerstattung an Kunden nur zögerlich. Jetzt wird sie von der Bundesregierung …
Corona: Reisende warten trotz Milliardenhilfen auf ihr Geld - jetzt geht Merkels Regierung die Lufthansa an
Beschwerdeflut bei Flugtickets - Kritik an Lufthansa
Für die massenhaften Flugausfälle dieses Jahr wegen Corona können die Airlines nichts. Aber viele Kunden sind verärgert, weil sie ihnen für Rückzahlungen hinterherrennen …
Beschwerdeflut bei Flugtickets - Kritik an Lufthansa
Zahl der Beschwerden über nervende Werbeanrufe ist gesunken
Das Telefon klingelt, und der Anrufer preist ein Gewinnspiel an. Andere wollen einen günstigen Stromvertrag verkaufen. Oder man wird zu teuren Nummern ins Ausland …
Zahl der Beschwerden über nervende Werbeanrufe ist gesunken
Entscheidung über Wirecard-Rauswurf aus dem Dax rückt näher
Die Tage des insolventen Zahlungsdienstleisters Wirecard in der höchsten deutschen Börsenliga sind gezählt. Als Kandidaten für einen Dax-Aufstieg gelten ein …
Entscheidung über Wirecard-Rauswurf aus dem Dax rückt näher

Kommentare