+
Der Früchtequark "Monsterbacke" enthält mehr Zucker als reine Milch.

BGH über umstrittenen Werbe-Slogan

"Monsterbacke"-Urteil erst im Februar

Karlsruhe - Der Bundesgerichtshof (BGH) will sein mit Spannung erwartetes Urteil über einen umstrittenen Slogan für den Kinderquark "Monsterbacke" erst im Februar verkünden.

Konkret geht es um den Werbespruch "So wichtig wie das tägliche Glas Milch!". Eine Entscheidung in dem Streit zwischen dem Molkereikonzern Ehrmann und der Wettbewerbszentrale soll am 12. Februar fallen, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Das Allgäuer Unternehmen verwendet den Spruch wegen des laufenden Verfahrens derzeit nicht mehr auf den Verpackungen des Früchtequarks. Nach dem schriftlichen BGH-Urteil werde sich die Firma Gedanken darüber machen, wie "Monsterbacke" weiter vermarktet werde, sagte ein Unternehmenssprecher.

Dem BGH liegt die Klage der Wettbewerbszentrale vor. Sie sieht in dem Spruch eine Irreführung der Verbraucher und einen Verstoß gegen europäische Vorschriften. In Karlsruhe ging es am Montag vor allem um die Frage, ob der Slogan mit zusätzlichen Hinweisen erlaubt wäre. Auch die Wettbewerbshüter könnten sich das nach Angaben ihrer BGH-Anwältin vorstellen.

Ursprünglich wollte die Wettbewerbszentrale den Werbespruch ganz verbieten lassen: Er wecke bei den Verbrauchern falsche Hoffnungen. Der Quark enthalte viel mehr Zucker als reine Milch, worauf jedoch nicht hingewiesen werde.

Der Verbraucher wisse, dass in einem derartigen Quark schon allein wegen der hinzugefügten Früchte mehr Zucker sei als in einem Glas Milch, widersprach Ehrmann-Anwältin Brunhilde Ackermann am Montag in Karlsruhe. Wenn der BGH den Slogan nur mit Einschränkungen zulasse, dürfe man künftig keinen Apfel mehr ohne Zusatzhinweise bewerben.

Der Fall beschäftigt die Justiz seit vier Jahren. Der BGH befasst sich zum zweiten Mal mit der Klage der Wettbewerbshüter gegen den Slogan: 2012 hatten die BGH-Richter den Fall dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg vorgelegt. Die europäischen Richter entschieden, dass die verbraucherschützenden EU-Vorgaben anwendbar seien. Der BGH muss jetzt klären, was das genau für den Fall bedeutet.

dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Samsung ist wieder Smartphone-König
Framingham - Nur kurz durfte sich Apple als beliebteste Smartphone-Marke der Welt fühlen. Samsung hat sich den Titel des gefragtesten Herstellers wieder zurückgeholt.
Samsung ist wieder Smartphone-König
BGH-Urteil zu Vergleichsportalen stärkt Verbraucher 
Karlsruhe - Strom, Hotel und sogar Bestattungen - Preise lassen sich im Internet schnell vergleichen. Doch sind die Portale wirklich unabhängig? Der BGH hat nun einen …
BGH-Urteil zu Vergleichsportalen stärkt Verbraucher 
Gewerkschaften kritisieren Linde-Aufsichtsratschef Reitzle
München - Linde-Beschäftigte haben am Donnerstag an mehreren deutschen Standorten gegen die geplante Fusion mit dem US-Gasekonzern Praxair protestiert.
Gewerkschaften kritisieren Linde-Aufsichtsratschef Reitzle
Inflation steigt im April auf 2,0 Prozent
Wiesbaden - Der Preisauftrieb in Deutschland beschleunigt sich. Vor allem für Energie und Pauschalreisen müssen Verbraucher im April tiefer in die Tasche greifen. Grund …
Inflation steigt im April auf 2,0 Prozent

Kommentare