BHW-Kauf: Postbank wird Privatkunden-Riese

- Frankfurt - Lange Zeit galt die Postbank als Stiefkind unter Deutschlands Banken. Doch das ist spätestens mit der Übernahme der zweitgrößten deutschen Bausparkasse BHW Vergangenheit. Denn die knapp 1,8 Milliarden Euro teure Übernahme macht die Postbank zum führenden Finanzdienstleister für Otto Normalverbraucher in Deutschland.

"Die BHW-Gruppe passt perfekt zu uns", betonte Postbank-Chef Wulf von Schimmelmann. Mit 14,5 Millionen Kunden verfüge das neu formierte Unternehmen künftig über die größte Kundenbasis aller deutschen Geldinstitute. Es ist nach eigenen Angaben Marktführer bei der Eigenheimfinanzierung mit einem Volumen von 46 Milliarden Euro und die Nummer eins bei Spareinlagen auf Bank- und Bausparkonten mit 59 Milliarden Euro.

Obwohl schon lange über die Übernahme spekuliert wurde, schoss der Kurs der Postbank-Aktie nach der Bekanntgabe der Transaktion um rund 5 Prozent in die Höhe. Denn die Postbank schlägt gleich zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie vergrößert nicht nur ihre Kundenbasis, sondern gewinnt auch eine Möglichkeit, die Spareinlagen ihrer Kunden künftig sicher und Gewinn bringend als Hypotheken an BHW-Kunden weiterzureichen. Der Einlagenüberhang der Postbank könne so um 7,2 Milliarden Euro reduziert werden, rechnet die Postbank vor.

Und die Wachstumsperspektiven für das neu formierte Unternehmen scheinen vielversprechend. "Der entscheidende Wettbewerbsvorteil des gewachsenen Konzerns wird das unübertroffene Netz an Vertriebswegen sein", betonte der Postbank-Chef. Denn die mehr als 8000 Filialen der Post und die demnächst in eigener Regie betriebenen rund 850 Postbank-Filialen werden künftig ergänzt durch rund 800 Service-Zentralen und 4200 mobile Finanzberater der BHW.

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