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Das Atomkraftwerk Biblis in Südhessen soll laut RWE mindestens bis Herbst 2011 am Netz bleiben können.

Biblis soll bis Herbst 2011 am Netz bleiben

Essen - Läuft Deutschlands ältester Atommeiler Biblis A unter Teillast, kann er laut RWE mindestens bis Herbst 2011 am Netz bleiben. Möglich macht's die Übertragung von Reststrommengen auf das Kraftwerk.

Hintergrund ist der Zukauf von 4,8 Terawatt Reststrommenge vom stillgelegten Eon-Meiler Stade. Ob Biblis A aber weiterhin unter Teillast läuft, wie nach dem Wiederanfahren im März 2010, ist unklar. “Mit einer Entscheidung über Volllast lassen wir uns noch ein bisschen Zeit“, sagte RWE-Finanzvorstand Rolf Pohlig in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Mittwoch in Essen.

Mit dem Zukauf des Stade-Restkontingents will RWE vermeiden, dass Biblis A vor der politischen Entscheidung über längere Laufzeiten für die 17 deutschen Reaktoren stillgelegt werden muss. Derzeit wird zwischen Regierung und Opposition heftig um eine Verlängerung gestritten. RWE hält eine Verlängerung auch ohne Zustimmung des Bundesrats für möglich. Mit der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat Schwarz-Gelb die Mehrheit im Bundesrat verloren. Juristen streiten derzeit, ob die Länderkammer einer Laufzeitverlängerung zustimmen muss. Pohlig betonte, RWE sei der Meinung, eine Verlängerung müsse auch ohne Zustimmung des Bundesrates möglich sein. Biblis A hatte von Ende Februar 2009 bis Mitte März 2010 stillgestanden. Eigentlich hätte der Reaktor nach der Vereinbarung zum Atomausstieg schon längst vom Netz gemusst - wenn er denn die ganze Zeit mit voller Leistung gelaufen wäre. Das Ende von deutschen Atommeilern berechnet sich nicht nach dem Alter, sondern nach produzierter Strommenge.

dpa

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