Akw Biblis A soll länger laufen

Biblis/Wiesbaden - Deutschlands ältestes noch laufendes Atomkraftwerk Biblis A in Hessen soll länger als bislang vorgesehen Strom produzieren.

Dazu kaufte das Betreiberunternehmen RWE von seinem Konkurrenten Eon Strommengen, die von dem bereits stillgelegten Meiler im niedersächsischen Stade stammen. Man wolle vermeiden, dass Biblis A vom Netz gehen müsse, bevor politische Entscheidungen über längere Laufzeiten für die deutschen Atomkraftwerke gefallen seien, sagte eine Sprecherin der RWE Power AG am Montag in Essen. Nach dem bislang vereinbartem Atomausstieg sollen alle Meiler bis 2022 schrittweise abgeschaltet werden. Jeder Meiler darf nur noch eine bestimmte Strommenge produzieren. Durch das Geschäft von RWE mit Eon steigt die Restlaufzeit von Bibis A.

Wie lange der Meiler noch am Netz ist, hängt unter anderem davon ab, mit welcher Leistung die Anlage Strom produziert. Derzeit läuft Biblis A nur mit halber Kraft. Bleibt es dabei, könnte das Kernkraftwerk insgesamt noch zwei Jahre lang Energie liefern. Ob die Leistung gedrosselt bleibe oder wieder erhöht werde, sei noch nicht entschieden, sagte die RWE-Sprecherin. RWE Power kaufte insgesamt 4,8 Terawattstunden von Eon, das ist die erlaubte Reststrommenge des Atomkraftwerks im niedersächsischen Stade. Sie kommen zu den knapp 4 Terawattstunden hinzu, die bisher als erlaubte Reststrommenge für Biblis A zur Verfügung standen.

Die Atomanlage in Stade hatte bis 2003 Strom produziert, das Kontingent aber nicht ganz ausgeschöpft. Einem Bericht der “Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge soll die Übertragung RWE einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag kosten. SPD und Grüne kritisierten die Verlängerung der Restlaufzeit als unverantwortlich. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) nannte die geplante Übertragung der Strommenge illegal.

dpa

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