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Bier soll pro Kasten einen Euro mehr kosten

Nürnberg - Bier wird Anfang nächsten Jahres spürbar teurer. Pro Kasten rechnen die Brauer mit einer Steigerung von 1,00 bis 1,10 Euro. Als Grund für die Preiserhöhung nannte der Präsident des Verbandes Privater Brauereien, Gerhard Ilgenfritz, die Verknappung der Rohstoffe und gestiegene Energiekosten.

Allein die Mehrkosten für den Hopfen- und den Malzbezug schlagen mit 60 bis 70 Cent pro Kasten zu Buche, erklärte Ilgenfritz am Dienstag im Vorfeld der Brau Beviale. Auf der Fachmesse mit mehr als 1400 Ausstellern werden vom 14. bis 16. November in Nürnberg mehr als 36 000 Besucher erwartet.

Aufgrund der weltweit wachsenden Bierproduktion "ist Hopfen mittlerweile eine knappe Ware", betonte Ilgenfritz. Deshalb habe sich Aromahopfen auf dem Freimarkt in den letzten zwei Jahren um 100 Prozent verteuert, Bitterhopfen-Sorten sogar um 150 bis 400 Prozent. Auch beim wichtigsten Bierrohstoff, der Braugerste, seien mittlerweile sämtliche Reserven aufgezehrt. Gründe dafür seien der weltweit steigende Weizenbedarf, Ernteausfälle und die wachsende Nachfrage nach Energiepflanzen für den Betrieb von Biogasanlagen. In der Folge habe sich der Preis für Braugerste innerhalb von zwei Jahren fast verdreifacht.

Die weltweite Bierproduktion ist nach Angaben des Verbandes seit 1997 um 35 Prozent auf 1,7 Milliarden Hektoliter (hl) gestiegen. In dieser Zeit ist China mit 351 Millionen Hektolitern zum weltgrößten Brauer aufgestiegen. Deutschland liegt mit 107 Millionen Hektolitern nach den USA (232 Mio. hl) auf Rang drei, dicht gefolgt von den Wachstumsmärkten Russland (100 Mio. hl) und Brasilien (94 Mio. hl).

2007 wird für die deutschen Brauer kein gutes Jahr. Im Vergleich zum Fußball-WM-Jahr 2006 ging der Absatz in den ersten neun Monaten um 2,3 Prozent auf knapp 80 Millionen Hektoliter zurück. Vor allem das Regenwetter in den Sommermonaten hat den 1284 Brauereien zwischen Flensburg und Lindau die Bilanz im Inland verhagelt. Die Exporte sind dagegen um 5,2 Prozent gestiegen. Mittlerweile gehen mehr als 15 Prozent der deutschen Bierproduktion ins Ausland. Größter Abnehmer ist Italien. (dpa)

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