Bierbrauer erwarten verschärften Wettbewerb

- Düsseldorf - Der Ausleseprozess auf dem schrumpfenden deutschen Biermarkt geht in eine neue Runde. Der nationale Marktführer Oetker erwartet eine beschleunigte Konsolidierung in der mit rund 1200 Unternehmen stark zersplitterten Branche. Der Wegfall der Insellösungen im Einzelhandel bei der Rücknahme von Einweg-Getränkeverpackungen im Mai 2006 werde den Wettbewerb wieder verschärfen, sagte der Chef der Oetker-Biersparte, Ulrich Kallmeyer. Hinzu käme ein Wachstum bei Billig-Bieren.

Die Oetker-Biersparte, zu der unter anderem Radeberger Pilsner, Jever und Sion Kölsch gehören, wolle nach der Integration des Dortmunder Getränkeunternehmens Brau und Brunnen 2006 in die Offensive gehen. Das Unternehmen verhandle bereits über den Kauf weiterer Brauereien in Deutschland, sagte Kallmeyer: "Unser Appetit ist immer ungestillt."

Ziel sei ein Anteil von 20 Prozent und mehr auf dem deutschen Biermarkt. Alle erworbenen Marken blieben aber erhalten: "Wir töten keine Marken." Der Radeberger-Chef kündigte außerdem neue Getränkevarianten unter den bestehenden rund 40 Marken der Radeberger-Gruppe und eine deutlich verstärkte Werbung an. Vor allem bei Biermischgetränken, die gegen den Markttrend wachsen, wolle die Gruppe künftig aktiv werden. Eine Vielzahl regionaler und Trendmarken, wie Clausthaler alkoholfrei, Berliner Kindl Weisse und Corona Extra, gehören schon zum Sortiment des Konzerns.

Derweil lassen die Überalterung der Bevölkerung und der sinkende Alkoholkonsum den Bierabsatz in der Bundesrepublik seit Jahren schrumpfen. Im vergangenen Jahr ging der Absatz der Radeberger-Gruppe um fünf Prozent zurück. Unterm Strich habe man aber schwarze Zahlen geschrieben, hieß es.

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