Bieterkampf um Europcar entbrannt

- München/Wolfsburg - Der Bieterkampf um Europas größten Autovermieter Europcar, einer Volkswagen-Tochter, ist in vollem Gang. Bislang habe der japanische Mischkonzern Sumitomo mit 2,9 Milliarden Euro die höchste Bewertung abgegeben, sagten mit den Gesprächen vertraute Kreise. Das Bieterduo aus Sixt und dem Finanzinvestor Apax liege derzeit 200 bis 300 Millionen Euro niedriger.

VW-Vorstandschef Bernd Pischetsrieder hatte Anfang Januar in Detroit gesagt, Volkswagen halte sich für die Zukunft von Europcar verschiedene Optionen offen. Neben einem Verkauf seien auch ein strategischer Ausbau oder ein Börsengang denkbar. Möglich sei auch eine Kombination aus Ausbau und Börsengang. VW fährt derzeit einen harten Kostensenkungskurs und will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren. Ende 2005 hatte VW bereits seine IT-Tochter Gedas an die Telekom-Tochter T-Systems verkauft.

Sixt überlegt, nach einer möglichen Übernahme von Europcar auf eine Zwei-Marken-Strategie zu setzen: Im deutschsprachigen Raum könnten demnach beide Marken fortbestehen. Im Rest Europas könnte Europcar sogar als alleinige Marke die neue Gruppe vertreten.

Gegen eine Übernahme von Europcar durch Sixt stehen aber kartellrechtliche Bedenken. Beide Unternehmen würden zusammen auf knapp 50 Prozent des deutschen Autovermiet-Marktes kommen.

Die genannte Summe von bis zu drei Milliarden Euro für Europcar wäre Finanzkreisen zufolge nicht der tatsächliche Kaufpreis, sondern die Bewertung des Unternehmens. Enthalten wären darin vom Käufer mit zu übernehmende Schulden. Diese könnten sich auf bis zu zwei Drittel der Gesamtsumme belaufen. Entsprechend weniger würde VW als Erlös einstreichen.

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