Bietet MAN noch mehr Geld für Scania?

- München - Aufsichtsratssitzungen sind geheim. So orakelte selbst IGMetall- Chef Jürgen Peters über die Entscheidung vor der gestrigen VW-Aufsichtsratssitzung, auf welche Seite sich im Übernahmestreit von MAN und Scania der Konzern, der Hauptaktionär bei beiden Lkw-Herstellern ist, schlägt. Allerdings mehren sich die Anzeichen, dass die Strategie der Schweden, die bisher jedes Angebot abgelehnt haben, nicht aufgehen wird.

Denn Volkswagen hat vor allem das Interesse, die eigenen Nutzfahrzeugaktivitäten vor allem in Südamerika in ein Unternehmen einzubringen, das von Volkswagen kontrolliert wird. Da Volkswagen und MAN gemeinsam fast schon über die Aktienmehrheit bei Scania verfügen, ist eine Übernahme durch MAN vorgezeichnet.

Immerhin dürften die Scania-Aktionäre wesentlich mehr kassieren als bisher angeboten. Ursprünglich boten die Münchner 442 Schwedische Kronen für jede Scania-Aktie. Durch Aktienkäufe für 475 Kronen erhöhte sich dieses Angebot nach schwedischen Recht automatisch auf diese Höhe.

Nun ist nach Informationen der schwedischen Tageszeitung "Dagens Industri" von einem neuen Gebot für Scania die Rede, das sich auf etwa 500 SEK je Scania-Aktie beläuft. Damit könnte die Abwehrfront bröckeln. Auf einen deutlich höheren Wert von Scania hatte nicht nur der Lkw-Hersteller selbst immer wieder verwiesen, sondern auch der mit rund 11 Prozent des Kapitals und rund 19 Prozent der Stimmrechte zweitgrößte Scania-Aktionär Investor, eine Gesellschaft, hinter der die schwedische Industrie-Dynastie Wallenberg steht.

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