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Das Licht brennt noch: Trotz aller Rechtsstreitigkeiten und Problemen mit der ungarischen Tochterbank MKB konnte die BayernLB im ersten Halbjahr einen deutlich höheren Gewinn verbuchen als im Vorjahr.

Trotz juristischer Streitereien

GBW verhilft Landesbank zu Gewinnsprung

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München - Trotz all der juristischen Streitereien der vergangenen Wochen gibt es gute Nachrichten von der Bayerischen Landesbank: Der Gewinn ist im ersten Halbjahr stark gestiegen – vor allem durch den Verkauf der GBW.

Stephan Winkelmeier hat ein Problem, das in der Urlaubs- und Strandfiguren-Zeit mancher gern hätte: „Wir setzen Speck an, der bleibt aber nicht auf den Rippen“, erklärt der Finanzchef der Bayerischen Landesbank. Der Speck, das sind die Gewinne, die die Bank derzeit einfährt, doch der Freistaat sorgt dafür, dass das Polster schnell wieder runterkommt. Rund 719 Millionen Euro hat die BayernLB in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres erwirtschaftet, ein Vielfaches des Wertes aus dem Vorjahr (129 Millionen Euro). Doch das Plus liegt vor allem an den Verkäufen von Unternehmensbeteiligungen, die von der EU zur Bedingung für die nachträgliche Genehmigung der Rettung auf Staatskosten gemacht wurden. Fast die Hälfte des Gewinns, 351 Millionen Euro, resultiert aus dem umstrittenen Verkauf der Immobilientochter GBW.

Ran an den Speck der BayernLB will der Freistaat. Fünf der zehn Rettungsmilliarden muss die Bank bis 2019 zurückzahlen – und tut dies zu großen Teilen aus den Verkaufserlösen der letzten Monate. Rund 900 Millionen Euro sind schon abgestottert – die bislang letzte Rate von 50 Millionen wurde am 7. August überwiesen. Tatsächlich liegt die gezahlte Summe sogar noch höher bei mehr als 1,1 Milliarden Euro, doch 200 Millionen Euro sind Gebühren, die noch zu den fünf Milliarden Euro hinzukommen. Wie hoch die Summe am Ende insgesamt sein wird, wollte Winkelmeier nicht beantworten.

Gelassen sieht der Finanzvorstand die am Donnerstag eingereichte Klage der ehemaligen Tochterbank Hypo Group Alpe Adria (HGAA), die von der BayernLB 710 Millionen Euro fordert. Es gebe keinen Grund, Rückstellungen zu bilden, sagte Winkelmeier. „Wir halten an unserer Rechtsauffassung fest.“

Doch Gelassenheit ist nicht in jedem Bereich der BayernLB angesagt: Noch immer ist die ungarische Tochterbank MKB ein Klotz am Bein und kostete die Landesbank in den ersten sechs Monaten mehr als 100 Millionen Euro. Auch für die kommenden Monate sind weitere Belastungen nicht ausgeschlossen, da die ungarische Regierung über ein erneutes Programm zum Umtausch sogenannter Fremdwährungskredite nachdenkt. So ein Programm hatte die BayernLB schon einmal hunderte Millionen gekostet. Beim Ausblick für das gesamte Geschäftsjahr bleibt Winkelmeier daher extrem vorsichtig. Man gehe nur davon aus, 2013 überhaupt einen Gewinn zu erzielen.

Kein Wunder, dass man die MKB lieber heute als morgen verkaufen würde – zumal auch das zu den Auflagen der EU gehört. Doch einen Interessenten gibt es bislang nicht. Das gilt auch für die gesamte Landesbank. Die FDP im Landtag erinnerte gestern an ihre Forderung, die BayernLB bis spätestens 2020 zu verkaufen. Die Antwort kam prompt: Die BayernLB sei „nicht verkaufbar“, hielt Eike Hallitzky (Grüne) dagegen. Zumindest ist fraglich, wie viel Geld ein solcher Verkauf einbringen könnte. Bei der bislang letzten Bewertung der Landesbank am 30. Juni 2012 kam nur noch ein Wert von 3,86 Milliarden Euro heraus – das würde nicht einmal reichen, die andere Hälfte der Rettungsmilliarden zurückzuzahlen.

Philipp Vetter

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