Die März-Ausgabe von Test nimmt auch Sommerreifen, Drucker und Radcomputer unter die Lupe.

Bilder digitalisieren: So kommen alte Fotos auf die DVD

München - Kisten voller alter Fotos, die allmählich verbleichen, sind nicht ideal, um Erinnerungen zu erhalten. Wer digitalisiert, hat es leichter, die Qualität von Bildern zu sichern. Das kostet allerdings Geld, Zeit und – bei einigen Geräten – Nerven.

Ein Scanner gehört für viele zur Standard-Ausstattung des heimischen Computerarbeitsplatzes. Er lässt sich auch dazu verwenden, das Fotoalbum auf die Festplatte zu packen. Um durchscheinende Vorlagen zu scannen, benötigt er allerdings eine Durchlichteinheit, die Filme von hinten durchleuchtet. Die Stiftung Warentest hat nun auf Fotos und Filme spezialisierte Geräte unter die Lupe genommen.

Flachmänner

Foto-Flachbettscanner, die auch Papierabzüge oder Dokumente digitalisieren können, lieferten beim Test durchwegs brauchbare Qualität. Dabei kommt es nicht nur auf den Preis an. So schnitt ein Scanner von Canon für 120 Euro bei der Qualität fast genauso gut ab wie sein 305 Euro teurer Konkurrent von Epson (siehe auch Tabelle). Wer nur seine Papierabzüge einscannen will, ist selbst mit einem nur 104 Euro teuren Fotoscanner von HP recht gut bedient. Dieser patzte lediglich bei Dias und Negativ-Filmstreifen.

Dia-Spezialisten

Die Hoffnung, dass ein spezialisierter Diascanner zu besseren Ergebnissen führt, trügt. Die drei entsprechenden Geräte im Test kamen qualitativ nicht an die Flachbettscanner mit Durchlichteinheit heran. Immerhin benötigen sie deutlich weniger Platz als die Flachmänner.

Komfortabel

Dennoch kann sich die Investition ausgerechnet in den teuersten Scanner des Tests lohnen. Wer große Mengen von Dias auf elektronische Speichermedien übertragen will, dem wird die Arbeit durch den 1170-Euro-Reflecta-Scanner sehr erleichtert. Dieser nutzt ein Magazin und arbeitet damit große Mengen weitgehend selbständig ab – auch wenn er dazu lange braucht. Ein Scan dauert bis zu fünf Minuten. Dazu kommt, dass das Gerät ungerahmte Bildstreifen gar nicht scannt – und damit seine Einsatzfelder stark eingeschränkt sind. Negativfilme sind vorher also zu rahmen. Das kostet zusätzliche Zeit.

Einfach einschicken

Der weitgehend automatisierte Diascanner rechnet sich erst bei Tausenden von gerahmten Dias. Denn wer den Aufwand des Einscannens scheut, wird auch bei entsprechenden Dienstleistern gut bedient. Für 24 Bilder kostete das bei Digitalspezialist 10,68 und bei Fotoporto 16,17 Euro. Beide Dienstleister lieferten laut Test „ähnlich gute Ergebnisse wie die besseren Scanner“.

Viel Fummelei

Die Digitalisierungs-Diensleister sind auch bei den billigeren Geräten eine ernstzunehmende Alternative zum Selberscannen. Denn der Aufwand, der beim Einscannen entsteht, wird leicht unterschätzt. So müssen Dias jeweils einzeln in einen Rahmen gelegt werden, bevor sie digitalisiert werden können. Auch Negativfilmstreifen müssen erst in einen Rahmen eingepasst werden. Das ist bei einer größeren Anzahl von Bildern eine zeitaufwendige Fummelei – vor allem beim ansonsten guten Canon Scanner. Denn bei diesem – extrem flachen – Gerät muss man anschließend noch die Durchlichteinheit auf jedes einzelne Bild oder Dia setzen, um es einzuscannen. Dias sind dazu obendrein vorher noch aus den Rahmen zu nehmen. Das gibt Abzüge bei der Handhabungs-Note. Am anderen Ende der Komfort-Skala steht das Konkurrenzmodell von Epson. Es scannt bis zu vier Dias oder zwei Filmstreifen gleichzeitig, wodurch sich der Aufwand in Grenzen hält.

Kamera-Scans

Man kann Dias auch ganz ohne Scanner digitalisieren. Das dazu nötige Gerät nennt sich „Dia-Duplikator“ und wird auf das Objektiv einer Digitalkamera geschraubt. Das Licht spendet eine Leuchtplatte. So lassen sich Fotos auch mit der Kamera digitalisieren. Doch die Investition in den 189 Euro teuren Kamera-Aufsatz lohnt sich nicht. Das Ergebnis hängt zwar von der Qualität der Kamera ab, war aber im Test in keinem Fall besser als nur befriedigend.

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