Bilderbuchstart für Airbus A380

- Berlin/Paris - Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der französische Präsident Jacques Chirac haben den erfolgreichen Jungfernflug des Riesen-Airbus A380 als Erfolg für Europa gewürdigt. Auch die EU-Kommission in Brüssel begrüßte die "europäische Erfolgsstory".

<P>Schröder nannte den Erstflug am Mittwoch in Berlin einen "großen Erfolg für die Innovationskraft europäischer Unternehmen". Es sei eine "Ingenieursleistung, die ihresgleichen sucht". "Dieses Beispiel zeigt zudem, dass wir besser sein können als andere. Ich kann nur hoffe, dass sich das auf andere Branchen ausdehnt", sagte der Kanzler.<BR><BR> Chirac sprach nach dem Flug von einer Ermutigung für den weiteren Aufbau Europas. "Heute wurde in Toulouse-Blagnac eine neue Seite der Geschichte der Luftfahrt geschrieben. Das ist ein herrliches Ergebnis der industriellen Zusammenarbeit Europas und eine Ermutigung, auf diesem Weg des Aufbaus eines Europas der Innovation und des Fortschritts voran zu schreiten."<BR><BR>Das französische Kabinett hatte während seiner Sitzung den Start des A380 beklatscht. Verteidigungsministerin Michle Alliot-Marie sagte, das Flugzeug zeige, dass "Europa ein Träger der Zukunft, der Innovation und der Beschäftigung" sei.<BR><BR> Die EU-Kommission bezeichnete den Erstflug des Airbus A380 als "europäische Erfolgsstory". Die Entwicklung des größten Passagierflugzeugs der Welt zeige, was Europa erreichen könne, wenn es in seine Kompetenz, in die Wissenschaft und in die Technologie investiere, erklärte Industriekommissar Günter Verheugen in Brüssel. Der Super-Airbus sei der Beweis dafür, dass sich Zusammenarbeit in der Europäischen Union auszahle. Er zeige, dass die Industrie innerhalb eines gut durchdachten politischen Umfeldes "auch im Bereich der Hochtechnologie erfolgreich" sein könne.<BR><BR> Der erste Kunde für die A380, Singapore Airlines (SIA), äußerte sich "sehr erfreut" über den erfolgreichen Jungfernflug. "Damit sind wir einen greifbaren Schritt näher daran, das Flugzeug in unsere Flotte einzubauen", sagte Unternehmenssprecher Stephen Forshaw am Mittwoch in Singapur. SIA will den A380 in der zweiten Hälfte 2006 als erste Fluggesellschaft in Dienst stellen.<BR><BR>Der erfolgreiche Erstflug "ist ein Meilenstein in der Entwicklung dieses Super-Vogel", sagte Lufthansasprecher Thomas Jachnow. "Wir sind glücklich, dass es so reibungslos lief und zuversichtlich, Ende 2007 dieses tolle Flugzeug in Betrieb nehmen zu können".<BR><BR>Der Frankfurter Flughafen sieht sich für den Einsatz des neuen Großflugzeugs A380 gut gerüstet: Wenn die Streckenerprobung des Airbus Ende des Jahres beginne, sei Frankfurt als einer der ersten Landepunkte vorgesehen, sagte der Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport, Klaus Busch. Die Nordbahn sei nach Ansicht der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO in jeder Hinsicht für den A380 geeignet.<BR><BR>Fraport-Sprecher Busch sagte, es werde auch keine Probleme geben, wenn der A380 nach der Landung über das Vorfeld zum Flughafengebäude rolle. Mitte des Jahres werde die erste Parkposition am Terminal zwei fertig sein.<BR>Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erklärte, der gelungene Erstflug "dokumentiert auf nachdrückliche Weise den hohen Standard der europäischen Luftfahrtforschung und -industrie". In der letzten Dekade seien bis zu 400 Forscher und Ingenieure des DLR mit großem Engagement an der Entwicklung des A380 beteiligt.<BR><BR>Beim Technologie-Dienstleister Rücker sorgt der neue Airbus für 200 zusätzliche Ingenieurstellen. Zur Bewältigung von AirbusAufträgen würden rund 100 Stellen am Standort Rostock und je etwa 50 an den Niederlassungen in Toulouse und Amsterdam eingerichtet, teilte die Rücker AG am Mittwoch in Wiesbaden mit. Rücker ist Entwicklungsdienstleister für die Auto- und die Luftfahrtindustrie mit 43 Standorten weltweit und bisher rund 2000 Mitarbeitern.</P><P> </P><P> </P><P> </P>

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