Bill Gates gibt Startschuss für neue Initiative "IT-Fitness"

- Ingolstadt - Microsoft-Gründer Bill Gates hat gemeinsam mit Partnern wie dem Branchenverband BITKOM eine Initiative zur "IT-Fitness" in Deutschland gestartet. "Mit der Globalisierung verändert sich die Welt schneller als jemals zuvor", sagte Gates im Audi-Forum in Ingolstadt.

Durch neue Märkte wie Indien oder China verschärfe sich der Wettbewerb auch in den Industrieländern beträchtlich. Für eine globale Wettbewerbsfähigkeit bildeten heute IT-Kompetenz und praktische Kenntnisse im Umgang mit Computern das Fundament.

Dagmar Wöhrl, Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, begrüßte die Initiative. Ohne die Informations- und Kommunikationstechnologien hätte Deutschland seinen derzeitigen wirtschaftlichen Stand nicht erreichen können, sagte Wöhrl. "Wir müssen verhindern, dass uns die Gesellschaft auseinander bricht in eine Gruppe von Menschen, die mit neuen Technologien umgehen können, und solchen die keinen Zugang haben", sagte Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft in München.

Mit der Initiative wollen die Partner bis zum Jahr 2010 insgesamt vier Millionen Menschen für den Umgang mit Informationstechnologie im Berufsleben fit machen und damit deren Chancen auf Beschäftigung erhöhen. Als erstes sollen zwei konkrete Projekte an den Start gehen: Neben einer Initiative in der Automobil- und Zulieferindustrie will Microsoft gemeinsam mit dem Zentralverband des Deutschen Handwerks eine E-Learning-Plattform für rund 580 Auszubildende zur Verfügung stellen.

Insgesamt 20,5 Prozent der gering Qualifizierten seien heute in Deutschland arbeitslos, sagte Bullinger. Damit bilde Deutschland im europäischen Vergleich das Schlusslicht. Nach Angaben von Microsoft nutzen in Deutschland noch immer 42 Prozent der Bevölkerung das Internet nicht. Bereits 57 Prozent der Deutschen seien heute in ihrem Beruf aber auf IT-Kenntnisse angewiesen.

Die Initiative startet Microsoft gemeinsam mit dem Branchenverband BITKOM, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), dem Sächsischen Technologiezentrum Zwickau sowie dem Netzwerkausrüster Cisco. In einem ersten Schritt sollen Auszubildende in Industrie und Handwerk, Jugendliche in der Berufsvorbereitung und Schüler an Haupt- und Gesamtschulen im Fokus stehen. "Lehrlinge gehen online" ist eines der ersten Pilotprojekte, das Microsoft gemeinsam mit dem ZDH unternimmt. Auszubildende sollen dabei ihre Computerkenntnisse über die E-Learning-Plattform www.lehrlingegehenonline.de erweitern können.

Neben der praktischen Wissensvermittlung soll auch das Bewusstsein für die Bedeutung von IT-Kenntnissen gestärkt werden. Mit einer Startfinanzierung von 100 000 US-Dollar unterstützt Microsoft ein zusammen mit dem Sächsischen Technologie Zentrum initiiertes Projekt für Auszubildende aus der Automobil- und Zulieferindustrie. Der Softwarekonzern will für die Weiterbildung der Teilnehmer zudem eine Online-Plattform zur Verfügung stellen.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Zeitung: Post zahlt neuen Postboten hohes Einstiegsgehalt
2172 Euro Gehalt hören sich nicht nach viel an. Doch die Deutsche Post zahlt ihren künftigen Zustellern dieses Salär nach einem Zeitungsbericht bereits während der …
Zeitung: Post zahlt neuen Postboten hohes Einstiegsgehalt
Globale Risiken dämpfen Hoffnung auf Top-Konjunktur
Noch zum Jahresanfang waren die meisten von ihnen geradezu euphorisch gewesen - inzwischen macht sich bei Volkswirten deutscher Großbanken zum Thema Konjunktur eine …
Globale Risiken dämpfen Hoffnung auf Top-Konjunktur
EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen
Nach den protektionistischen Tönen aus den USA rückt die EU mit alten Handelspartnern näher zusammen, in diesem Fall Mexiko. Man glaube an offenen und regelbasierten …
EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen
IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft
Washington (dpa) - Trotz allgemein guter Konjunkturaussichten hält der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Warnungen vor drohenden Gefahren für die Weltwirtschaft …
IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft

Kommentare