Billig cremt am besten

München - Wer nicht besonders empfindlich ist, kommt mit Lichtschutzfaktoren um 10 bei der Sonnencreme gut aus. Bei einer Untersuchung von 13 solcher Produkte durch die Stiftung Warentest erzielten die meisten gute Noten - gerade die besonders billigen.

Der Schutz stimmt

Die wichtigste Bedingung haben alle geprüften Produkte erfüllt: Sie halten den Lichtschutzfaktor ein, den sie versprechen. Im Test waren das die Stufen 8 und 10. Das heißt: Wer ohne Sonnenschutz zum Beispiel nach zehn Minuten eine rote Haut bekommt, kann mit Lichtschutzfaktor 8 theoretisch 80 Minuten in der Sonne bleiben und mit Stufe 10 etwa 100 Minuten. Allerdings handelt es sich dabei um Durchschnittswerte aus dem Labor, warnt die Stiftung Warentest. Je nach Hauttyp oder auch Aufenthaltsort kann diese Zeit variieren. Deshalb sollte man höchstens zwei Drittel der "erlaubten" Zeit ausreizen und bei Kindern im Zweifelsfall noch vorsichtiger sein.

Unsicherheit bei UV-A

Grundsätzlich gilt: Der Schutz bezieht sich auf die mittelwelligen UV-B-Strahlen, die Sonnenbrand verursachen. Bei den längerwelligen UV-A-Strahlen ist der Fall komplizierter. Diese dringen tiefer in die Haut ein, lassen sie vorzeitig altern und können unliebsame Hautreaktionen verursachen. Auch ein Zusammenhang mit der Entstehung von Hautkrebs werde diskutiert. Bislang weiß niemand, wie viel UV-A-Strahlen sinnvoll sind und wann ihre Menge schädlich wirkt. Man gehe aber davon aus, dass der optimale Schutz gegeben ist, wenn das Verhältnis von UV-A- zu UV-B-Faktor 1:3 beträgt. Und diese Voraussetzung würden die meisten getesteten Präparate erfüllen, die Produkte Declaré, Piz Buin, Dr. Hauschka und Annemarie Börlind nicht.

Die Testsieger

Wer eine gute Sonnencreme will, kann laut "Test" leicht Schnäppchen machen. Die besten Noten (1,9) erhielten die Produkte von dm und Schlecker bei einem Preis von 0,70 bzw. 0,75 Euro pro 100 Milliliter. Lancaster schnitt fast genauso gut ab (2,0), kostet aber mit 13,25 Euro pro 100 Milliliter fast das 20-fache. Noch drastischer ist das Ungleichverhältnis gegenüber Piz Buin (Note 2,7; Preis: 18,50 Euro pro 100 ml). Zu dem Preis, zu dem man hier einmal cremt, kann man es etwa 25 Mal mit einem der billigen Produkte tun. Dabei erhielt Piz Buin nur eine "befriedigende" Bewertung.

Pflegewirkung

Ebenfalls als "befriedigend" stuften die Tester die Sonnenschutzmittel von Declaré, Dr. Hauschka und Annemarie Börlind ein. Im Prüfpunkt Feuchtigkeitsanreicherung schnitten diese vier Lotionen nur "befriedigend" bis "ausreichend" ab. Den besten Schutz vor Austrocknung der Haut bieten demnach Lancaster und dm.

Kaum Keime

Fast allen Produkten wurde eine "sehr gute" mikrobiologische Qualität bescheinigt, auch dem von Dr. Hauschka ohne Konservierungsstoffe. Allein die Lotion von Annemarie Börlind zeigte in diesem Prüfpunkt Mängel.

Richtige Anwendung

Wie gut der Sonnenschutz wirkt, hängt auch vom Nutzer ab. Grundsätzlich gelte: "Viel hilft viel." Nachcremen - insbesondere nach dem Baden und Abtrocknen - erhalte die Schutzwirkung während der "erlaubten" Zeit aufrecht. Es könne diese Zeit aber nicht verlängern. Andererseits muss man nach dem Einschmieren nicht warten: Alle Mittel würden sofort wirken.

Kinder im ersten Lebensjahr sollten überhaupt nicht in pralles Sonnenlicht. Bis zum Alter von drei Jahren sollten sie nur gut geschützt und kurz in die Sonne. Grundsätzlich sollte man die Mittagszeit meiden. 

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