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Black.de wird zu Tedi: Die Billigkette übernimmt das „Schwarzmarkt“-Konzept.

„Da ist etwas nicht ganz rund gelaufen“

Discounter-Kette verschwindet komplett vom deutschen Markt

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„Da ist offensichtlich etwas nicht ganz rund gelaufen“, sagt ein Experte: Eine Discounter-Kette verschwindet in ihrer bisherigen Form komplett vom deutschen Markt.

Dortmund - Es ist noch gar nicht lange her, dass die Billig-Kette Black.de in Dortmund startete. Jetzt, gut ein Jahr später, verschwindet sie schon wieder und das obwohl man bei der Eröffnung 2016 erklärt hatte, in Deutschland bis zu 1000 Filialen eröffnen zu wollen. 

Was ist passiert? Black.de wird von Tedi geschluckt. Der Mutterkonzern möchte „das Beste aus beiden Konzepten vereinen“, wie es bei denRuhr Nachrichten heißt. Allerdings vermuten Experten bei der Sache ganz andere Gründe. 

Das Ende des Schwarzmarkts

„Die Marke Black.de wird sukzessive vom Markt genommen“, erklärte eine Tedi-Sprecherin gegenüber den Ruhr Nachrichten. Der selbsternannte „erste legale Schwarzmarkt“, wie Black.de aufgrund seines Namens und seines Designs genannt wurde, wird also in Zukunft blau sein. Insgesamt 1700 Tedi-Läden gibt es aktuell in Deutschland. 

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Wirklich große Unterschiede gab es zwischen den beiden Billig-Läden sowieso nicht. Black.de wirkte aufgeräumter, größer und verkaufte auch teilweise hochwertigere Ware als Tedi. Doch letztlich gab es in beiden Filialen billige Dekoartikel, Spiel-, Schreib- und Haushaltswaren, Heimwerkerbedarf und Küchenutensilien. 

Ursprünglich wurde Black.de „als Reaktion auf den Markteintritt von Action“ gestartet. Die niederländische Kette Action verkauft ebenfalls Non-Food-Produkte und hat rund 200 Filialen, womit sie Tedi Konkurrenz machte. 

„Das Beste aus beiden Konzepten vereinen“

Warum also macht man nun die Black.de-Läden dicht? Lief die ganze Sache etwa nicht? Angeblich ganz im Gegenteil. „Das Black.de-Konzept wurde von den Kunden sehr gut angenommen“, heißt es bei Tedi – nun wolle man „das Beste aus beiden Konzepten vereinen“. 

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Einige Branchenkenner wundern sich nun aber über das abrupte Ende von Black.de. „Vielleicht verzettelt man sich bei mehreren Konzepten auch irgendwann“, sagt Thomas Schäfer, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Westfalen-Münsterland im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.

Die These des Flops untermauert allerdings das Fachmagazin Lebensmittel-Zeitung im November. So berichtet das Blatt, dass die hohen Anlaufkosten dem Billig-Laden zum Verhängnis geworden seien.

Tedi widerspricht Umsatzrückgang 

„Ohne Black.de zu nahe treten zu wollen, muss man doch sagen: Da ist offensichtlich etwas nicht ganz rund gelaufen. Man kündigt nicht 1000 Filialen an, um das Konzept dann nach kurzer Zeit einzustellen“, sagt Jörg Lehnerdt von der Handelsberatung BBE. Möglich, dass sich Tedi insgesamt mehr von Black.de versprochen hatte: „Der Marktkuchen wird aber nicht größer – irgendwann kannibalisiert man sich selbst.“

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Dieser Aussage widerspricht die Tedi-Sprecherin allerdings vehement: „Tatsächlich haben beide Einzelhändler sogar von der räumlichen Nähe des anderen profitiert und konnten ihre Umsätze erhöhen.“

Inwiefern sich nun etwas für den Kunden und Schnäppchenjäger in Zukunft bei Tedi ändern wird, bleibt zunächst noch abzuwarten. 

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Discounter-Reisen: Darum sollten Sie das Kleingedruckte lesen

fs/Video: Glomex

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