Billigflieger lieben München

München - Für 19,99 Euro nach Mallorca, für 20 Euro nach Barcelona oder für 19 Euro nach Berlin - Billigfliegen ab München ist so einfach und günstig wie nie zuvor. Zu diesem Resümee kommt der aktuelle Flugatlas 2007, den der Verein Mobil in München e.V. gestern in München präsentierte.

"Wer flexibel ist, möglichst früh bucht und mit dem Internet umzugehen weiß, der kann mit Billigfliegern wirklich günstig reisen", fasst der Vereins-Vorsitzende Michael Haberland zusammen. Neun Airlines aus dem Billigsektor haben er und seine Mitglieder untersucht, Testsieger mit 24 Punkten ist German Wings geworden. "Diese Fluggesellschaft setzt das Konzept ,Fliegen für kleines Geld am besten um", bringt Ralf Baumeister, 2. Vorsitzender, das Ergebnis auf den Punkt. Derzeit starten neun Billigairlines ab München, die ihre Passagiere täglich zu 60 Zielen in ganz Europa befördern.

Versteckte Gebühren

Aber: Nicht immer ist billig, wo billig draufsteht. Versteckte Kosten lauern im Kleingedruckten, wenn zum Beispiel für jedes Kilo Übergepäck acht Euro zusätzlich anfallen. Da wird aus dem Reise-Schnäppchen ganz schnell ein teurer Reinfall.

In sechs Kategorien hat der Verein Air Berlin, Air Lingus, Click Air, Condor, Easy Jet, German Wings, Intersky, Norwegian und Tuifly unter die Lupe genommen, je Kategorie vergaben sie maximal fünf Punkte. Die Billigflieger mussten bei der Anzahl von Flugzielen, Preis, Extra-Gebühren, Service, Internet und Bonusprogrammen bestehen.

Starts pro Woche

So fliegt German Wings von München aus zwar nur vier deutsche Städte an, diese jedoch mit 100 Starts pro Woche so häufig, dass der Testsieger in dieser Kategorie vier von fünf möglichen Punkten erhielt. Tuifly und Air Berlin führen mit je 28 Zielen die Liste an und wurden dafür mit fünf Punkten belohnt.

Frühbucher im Vorteil

Als absolute Spitzenreiter in der Kategorie Preis stechen German Wings und Tuifly hervor. Wer dort früh, also zwölf Wochen oder früher, bucht, kann zu Mini-Preisen ab in den Urlaub. Während German Wings auch bei kurzfristigen Buchungen günstig bleibt, schießen bei Tuifly oder Air Berlin die Preise in die Höhe, wenn man kurzfristig bucht. Bei dieser Kategorie hatten die Tester auch ein Auge auf Sonderkonditionen, wovon hauptsächlich Geschäftsleute profitieren.

Kind und Kegel

Gepäck mit einem Gewicht von maximal 20 Kilogramm darf bei allen Billigairlines kostenfrei mitgenommen werden. Ausnahmen: Bei Intersky ist Freigepäck auf 15 Kilogramm beschränkt und bei Easyjet zahlt man pro Gepäckstück 3 Euro. Beim Thema Kindertarif fielen enorme Unterschiede auf: Während bei Air Berlin und Clickair Babys kostenlos mitfliegen, gewähren Airlingus, Clickair, Easyjet und Tuifly für Kinder ab zwei Jahre überhaupt keine Ermäßigung mehr. "Dafür gab's von uns natürlich einen dicken Punktabzug", sagte Haberland.

Extra-Kosten

Bei den extra anfallenden Kosten für Umbuchungen, Namensänderungen, Stornierung sowie Callcenter- und Kreditkartengebühren hat Norwegian die Nase vorn, Schlusslicht sind diesmal Clickair und Condor. Schnell, klar und übersichtlich sollte die Internet-Seite der Billigflieger sein. German Wings, Tuifly und Condor konnten hier punkten.

Serviceleistungen

In Sachen Service überzeugte Air Berlin die Tester. Kostenloses Essen an Bord, eine große Auswahl an Magazinen sowie eine gebührenfreie Sitzplatzreservierung gaben den Ausschlag. Und nicht zuletzt vielleicht ein kleines Schokoladenherz, das die Stewardessen nach der Landung an ihre Passagiere verteilen.

Info:

Den Flugatlas 2007 kann man kostenlos unter www.mobil.org herunterladen.

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