Billigflieger: Die Luft wird dünner

- Frankfurt - Für die seit Jahren expandierende Billigflieger-Branche wird einer McKinsey-Studie zufolge die Luft dünner. Der Boommarkt stehe vor dem Wendepunkt, "auf Dauer werden sich europaweit nur zwei bis drei Low-Cost-Carrier auf dem Markt behaupten", erläuterte die Unternehmensberatung. Gründe seien die wachsende Konkurrenz untereinander, der Druck der etablierten Linienflieger, zunehmend gesättigte Märkte sowie Flugzeugbestellungen, die den voraussichtlichen Bedarf übersteigen würden.

Der Autor der Studie, McKinsey-Partner Lucio Pompeo, erklärte: "Die Zeiten der weitgehend konkurrenzlosen Expansion der Billigflieger durch Marktstimulation sind vorbei. Es wird zunehmend schwieriger, neue Kunden zu gewinnen." Die Geschäftsmodelle seien aber auf weiter boomende Märkte ausgerichtet. Daher werde die Profitabilität sinken, neue Strategien seien notwendig.Laut McKinsey haben allein die drei größten europäischen Billigflieger Easyjet, Ryanair und Air Berlin bis 2012 insgesamt 300 Flugzeuge für die Mittelstrecke bestellt und halten Optionen auf 350 weitere Maschinen. Die nationalen europäischen Airlines hätten im Vergleich dazu nur knapp 30 Maschinen dieses Flugzeugtyps geordert und etwa 160 Optionen - bei einem Marktanteil von derzeit 66 Prozent am gesamten europäischen Flugverkehr. "Sämtliche europäischen Billigflieger verfügen über einen Anteil von 16 Prozent." Dieser Anteil werde nach Schätzungen der Unternehmensberatung bis 2010 auf 24 Prozent steigen.Zum Thema Marktsättigung erläuterte Pompeo, an europäischen Standorten wie Dublin, Köln oder Brüssel bestehe ein Überangebot an Flügen, einige Strecken seien bereits eingestellt worden. In der Folge würden die Billigflieger immer mehr auf bereits hoch frequentierte Strecken der Chartergesellschaften und nationalen Linienairlines ausweichen, was wiederum zu einem immer schärferen Verdrängungswettbewerb führe. Außerdem kopierten die Linienflieger Konzepte der Billigflieger und böten ebenfalls günstigere Tickets an, bauten den Online-Verkauf aus und hätten teilweise eigene Low-Cost-Carrier gegründet.

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