Billigflieger sind knallharte Rechner

- Hannover - Hapag-Lloyd Express fliegt für 19,99 Euro, Germanwings ist auch nicht teurer, und die irische Ryanair gibt einen Teil der Flüge gleich umsonst in den Markt - zahlen muss der Kunde nur Steuern und Gebühren. Jeder fragt sich: Wie kann es sein, dass das Taxi von der Innenstadt zum Flugplatz doppelt so teuer ist wie der Flieger von Hannover nach Rom?

<P>Eine Antwort gibt ein Blick in die Preiskalkulation. Denn eines haben alle Billigflieger gemeinsam: So preiswert, wie es in der Werbung heißt, sind nur sehr wenige Plätze - sehr zum Ärger der Verbraucherschützer. Manchmal sind es acht Sitze pro Maschine, manchmal zwölf. Und diese bekommen nur die Passagiere, die sich früh um die Tickets bemühen; oft Monate vor dem Abflug. Wer später kommt, zahlt mehr. Im Durchschnitt kostet das Ticket zwischen 65 und 85 Euro.</P><P>Knallhart ist die Kostenkontrolle: Die Manager der Billig-Airlines haben jede einzelne Position eines Fluges durchleuchtet. So belaufen sich die Kosten etwa auf die Hälfte einer konventionellen Fluglinie. Die Einheit, in der die Kostenkontrolleure in der Luftfahrt rechnen, sind die "Kosten je angebotenem Sitzplatzkilometer" (ASK). Die klassischen Fluglinien kommen auf 12 Euro-Cent je ASK, die Billigflieger schaffen es mit 6 Euro-Cent. 2,7 Cent pro ASK sparen die Billigflieger durch eine deutlich engere Bestuhlung und vor allem kürzere Umlaufzeiten an den Flughäfen. </P><P>Da die Flugzeuge meist nicht direkt am Terminal, sondern auf dem Rollfeld halten, können die Passagiere schneller aus- und einsteigen. Weil es keine festen Sitzplätze gibt, geht das Einsteigen schneller. 1,2 Cent sparen die Billigflieger bei der Auswahl günstiger Flughäfen. An Bord gibt es Essen und Getränke nur gegen Aufpreis. So bringt der Verkauf noch einige Cent Gewinn und die Passagiere nutzen nicht so oft die Toilette. Bei den Mittelstreckenflügen wird dann nur bei jeder zweiten Landung Frisch- und Brauchwasser getauscht.<BR></P>

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