Billig-Fluglinien: Pleitewelle erwartet

- München - Der zunehmende Wettbewerb unter Billig-Fluglinien wird einer Studie zufolge schon bald weitere Opfer fordern. Trotz eines wachsenden Marktanteils dieses Segments drohe noch in diesem Winter vielen Billig-Fluggesellschaften das Aus, prognostiziert die Unternehmensberatung Mercer in einer Studie.

"Die Krisen der letzten Jahre und die vermeintlich guten Erfolgsaussichten des Low-Cost-Modells wirkten wie ein Brutkasten für neue Billigfluglinien und haben die Entwicklung stark beschleunigt", erklärte der Mercer-Experte Dieter Schneiderbauer.<BR><BR>Gewinner der Entwicklung seien die beiden größten Anbieter Ryanair und Easyjet, die bereits jetzt mehr als die Hälfte des Billig-Marktes auf sich vereinen. "Im Jahr 2010 werden nur drei bis vier große Airlines den Low-Cost-Markt dominieren, kleine Anbieter werden allenfalls in Nischen eine Chance haben." Doch auch hohe Kostenbelastungen - etwa durch den drastisch gestiegenen Ölpreis - setzten die Wettbewerber unter Druck. Anders als Ryanair hätten sich viele kleinere Anbieter, die erst in den vergangenen zwölf bis 24 Monaten den Betrieb aufgenommen haben, nicht oder nur zu einem geringen Teil gegen höhere Treibstoffkosten abgesichert. "Es verwundert nicht, dass Ryanair-Chef O'Leary die aktuellen Entwicklungen relativ gelassen beobachtet: Je höher der Ölpreis steigt, desto schneller werden seine Wettbewerber aus dem Markt ausscheiden", hieß es.<BR><BR>Am stärksten bedroht durch die Konkurrenz der Billigflieger sieht Schneiderbauer unabhängige Charter-Fluglinien, die nicht wie beispielsweise Hapag Lloyd oder Condor in Touristikkonzerne integriert seien. Auch für kleinere nationale oder regionale Fluggesellschaften ist Schneiderbauer wenig optimistisch. Sie müssten fürchten, zwischen großen Anbietern wie Lufthansa, British Airways und Air France auf der einen Seite sowie Billig-Fluggesellschaften auf der anderen Seite zerrieben zu werden.

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