"Billig-Kredite": Verbraucher zahlen in vielen Fällen drauf

- Sie werben mit "Sonderkreditwochen" oder versprechen: "So werden Ihre Wünsche wahr." Auf Ratenkredite spezialisierte Banken locken mit Zinsen, bei denen die Sparkassen nicht mithalten können. Doch eine Überprüfung in fünf Städten ergab: CC-Bank, GE Money Bank, Citi- und Norisbank vergeben die Kredite in der Regel nicht zum Niedrigzins. Zudem legen diese Institute meist eine teure Restschuldversicherung nahe, was den Kredit enorm verteuert.

Niedrigzinsen "ab" 5,60 Prozent (Norisbank) treiben die Kunden in die Filialen der Spezialbanken, doch dieses "ab" steht für "bonitätsabhängig". Antragsteller mit niedrigem Einkommen stellen aus Sicht der Bank ein Kreditrisiko dar und bekommen das Darlehen nur mit einem Aufschlag. So werden bei der CC-Bank aus 7,98 schon mal 12,98 Prozent (72 Monate Laufzeit).

Wie viel Prozent der Kunden tatsächlich den Niedrigzins von 5,60 Prozent bekommen, darüber gab die Norisbank keine Auskunft. Üblich ist bei den Ratenkreditspezialisten auch, dass man dem Verbraucher Versicherungen zum Schutz gegen Arbeitsunfähigkeit, Tod oder Arbeitslosigkeit des Kreditnehmers zu verkaufen versucht.

Derartige Vorwürfe wiegelten die Banken stets mit dem Argument ab, es handele sich um "bedauernswerte Einzelfälle". Um genau das auszuschließen, sandten wir fünf Personen in fünf Städten in die Filialen dieser vier Spezialisten, aber auch zu den örtlichen Sparkassen. Das Ergebnis: Bis auf wenige Ausnahmen unterbreiteten CC-Bank, GE Money Bank, Noris- und Citi-Bank nur Angebote mit Restschuldversicherung.

"Das ist ein klarer Verstoß gegen die Preisangaben-Verordnung", sagt Hartmut Strube, Finanzexperte der Verbraucherzentrale in Düsseldorf. Ist eine Restschuldversicherung obligatorisch, müsse die Bank diese Kosten in den Zins einrechnen. Doch mit dann zweistelligen Kreditzinssätzen würden diese Banken keine Kunden locken. In München verlangte die CC-Bank 9,98 statt 7,90 Prozent für einen Kredit über 15 000 Euro.

Zu den Zinsen über 2080,92 Euro addierte der Münchner Berater eine Restschuldversicherung (RSV) über 1036,30 plus Bearbeitungsgebühren von 481,10 Euro. Aus 15 000 Euro waren so rasch 18 598,32 Euro geworden. Hätte die Versicherung nicht nur Todesfall und Arbeitsunfähigkeit, sondern auch noch Arbeitslosigkeit abgesichert, wäre es noch teurer gekommen.

Im Einzelfall kann eine Absicherung der Hinterbliebenen für den Todesfall des Kreditnehmers sinnvoll sein. "Wir wollen Ihnen nichts verkaufen, was Sie wahrscheinlich gar nicht brauchen", sagte die Beraterin der Stadtsparkasse München. Als der Kunde aber danach fragte, schlug sie den Abschluss einer Risikoversicherung mit fallender Versicherungssumme vor - für insgesamt 75,95 Euro, also einem Bruchteil dessen, was die Spezialbanken unseren Testern in Rechnung stellen wollten.

Ein guter Rat kann auch sein, im Internet die spezialisierten Anbieter oder Direktbanken zu besuchen. Doch auch hier sollte man genau hinsehen. Bei ING-Diba, Finansbank oder Tchibo (Kredit der Royal Bank of Scotland) ist der Abschluss einer RSV-Police voreingestellt. Das heißt: Man muss diese Einstellung ändern, um eine Offerte ohne sie zu erhalten.

Verbraucherfreundlicher sind die Webseiten der 1822-direkt, Tochter der Frankfurter Sparkasse, sowie der SWK-Bank. Sie vertreibt als Spezialist für Online-Ratenkredite nicht nur unter der eigenen Webadresse (www.swkbank.de) günstige Kredite, sondern wickelt dies auch für Deutsche Bank und Commerzbank ab.

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