Spielzeug:

Bei Billigprodukten droht Gefahr

München - Kurz vor Weihnachten ist die große Zeit des Spielzeugkaufs. Doch Vorsicht: Fast jedes zweite Billigspielzeug fiel bei einem Sicherheitstest des TÜV Rheinland durch.

23 von 50 Produkten dürften in der EU gar nicht verkauft werden, weil sie nicht einmal den gesetzlichen Mindestanforderungen genügen.

Ein Drittel der beanstandeten Produkte enthält verbotene Weichmacher und verschluckbare Kleinteile, die sich leicht lösen. Weichmacher in Kunststoff – die sogenannten Phthalate – stehen laut TÜV im Verdacht, krebserregend sowie hormonell und toxisch zu wirken. Bestimmte Weichmacher in Spielzeug, das innerhalb der Europäischen Union verkauft werden soll, sind daher generell verboten. Sie wurden laut TÜV dennoch in 20 Prozent der getesteten Billigspielzeuge gefunden.

Bei sieben geprüften Spielzeugen hätten sich zudem verschluckbare Kleinteile gelöst, die besonders für Kinder unter drei Jahren sehr gefährlich seien, sagte Karlheinz Hieronymus, Experte des Fachzentrums für Spielzeug beim TÜV Rheinland.

Bei 17 Spielzeugen waren zudem die Kennzeichnungen, Warnhinweise oder Anschriften nicht korrekt und vollständig. Auch dies lässt nach Ansicht der Experten auf die mangelnde Sorgfaltspflicht der Hersteller oder Importeure schließen.

Gleiches gelte für ein weiteres Problem, das bei zwölf Produkten aufgetreten sei: Manche billigen Kunststoff-Spielzeuge haben demnach einen extrem unangenehmen Geruch. Es sei nicht auszuschließen, dass zum Beispiel flüchtige Lösemittel letztlich die Gesundheit gefährdeten, hieß es. Dies lasse einen Rückschluss auf minderwertige Materialien zu. Bei einem Spielzeug war darüber hinaus sogar das Batteriefach ungesichert.

Die TÜV-Experten raten Verbrauchern daher, besser ein gutes Spielzeug als mehrere billige zu kaufen. „Bei einem Puppenset, das aus Asien stammt und für einen Euro in Deutschland verkauft wird, ist davon auszugehen, dass in der Produktion weder bei den Sozial- und Umweltstandards, noch bei der Qualität ein vertretbares Niveau erreicht wird“, sagte Hieronymus.

Insgesamt haben die Kontrollbehörden innerhalb der Europäischen Union in den ersten neun Monaten dieses Jahres deutlich mehr Spielzeug beanstandet als noch 2007. Dem TÜV zufolge ist die Zahl der Warnmeldungen von 281 auf 366 gestiegen. Von Rückrufaktionen betroffen waren laut TÜV insbesondere chinesische Hersteller. Rund 75 Prozent aller Spielzeuge weltweit werden in China produziert.

Orientierung beim Kauf bietet den Testern zufolge ein unabhängiges Prüfzeichen wie beispielsweise das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit.

ap

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