Bio-Energie: Teures Öl macht Alternative konkurrenzfähig

- Frankfurt - Bei steigenden Ölpreisen wird die Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen nach einer Studie der Deutschen Bank zunehmend wettbewerbsfähig sein. Heizungen mit Holzpellets arbeiteten jetzt schon wirtschaftlicher als Öl- und Gasheizungen.

Bio-Kraftstoffe seien mit heutiger Technik und ohne Subventionen von einem Ölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel an voll konkurrenzfähig, sagt der Autor der Studie, Josef Auer. Der technische Fortschritt beschleunige aber die Wettbewerbsfähigkeit. Strom aus Bio-Masse werde dagegen erst in einigen Jahrzehnten fossile Brennstoffe übertrumpfen können.Die Deutsche Bank rechnet für 2005 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 57 US-Dollar pro Barrel. Im ersten Halbjahr habe er im Schnitt bei 50 US-Dollar gelegen, im zweiten Halbjahr sei mit einem Anstieg auf ein Niveau zwischen 60 und 65 US-Dollar zu rechnen. 2006 werde der Ölpreis im Jahresdurchschnitt auf 54 US-Dollar zurückgehen. Ein Ölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel sei "in den nächsten vier Jahren nicht realistisch", sagte der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter. Bis 2020 könne der Ölpreis allerdings bei steigender Nachfrage und sinkendem Angebot dieses Niveau erreichen.Der Studie zufolge könnte der Bio-Anteil am Primärenergieverbrauch in Deutschland bis zum Jahr 2030 den zweistelligen Bereich erreichen. Derzeit liegt er bei 2,3 Prozent. "Bio-Energien sind die Alleskönner unter den erneuerbaren Energien, denn nur Biomasse kann zur Erzeugung von Strom, Wärme und Kraftstoffen verwendet werden", sagte Auer. Bislang stünden die nachwachsenden Rohstoffe noch zu sehr im Schatten von Wind- und Sonnenenergie, obwohl sie mit mehr als 60 Prozent den größten Anteil unter den erneuerbaren Energien hätten. Ein Ausbau der Bio-Energien biete auch der Land- und Forstwirtschaft neue Einkommensperspektiven bei einem Wegfall von Agrarsubventionen.Der Studie zufolge könnten nachwachsende Rohstoffe bis zum Jahr 2010 gut 4 Prozent zur Stromerzeugung in Deutschland beitragen. Derzeit liegt ihr Anteil bei 1,6 Prozent. Bei der Wärmeerzeugung sagt die Studie Pelletsanlagen in Privathaushalten eine große Zukunft voraus. Mittelfristig werde sich die Zahl der Anlagen auf etwa 70 000 verdoppeln. Bei Bio-Diesel aus Rapsöl sorgt die Möglichkeit, ihn traditionellem Diesel beizumischen, für einen Nachfrageschub. Bis 2006 rechnet die Deutsche Bank mit einem Absatz von zwei Millionen Tonnen in Deutschland und damit doppelt so viel wie 2004. Ermöglicht werde dies durch einen starken Ausbau der Produktionskapazitäten.

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