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Ulrich Wilhelm ist seit 2011 Intendant des Bayerischen Rundfunks.

Sparplan bis 2025

So viele Stellen und Angebote streicht der Bayerische Rundfunk

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Der BR muss – wie alle anderen öffentlich-rechtlichen Sender auch – sparen. Intendant Ulrich Wilhelm will den Rotstift ansetzen, Angebote und Stellen streichen. 

München - Im Interview hat Intendant Ulrich Wilhelm nun mitgeteilt, dass man im Bereich der Fernsehproduktion 450 Stellen bis zum Jahr 2025 abbauen werde. Damit würde diese Sparte halbiert, so der 56-Jährige. Zudem werde sich der ARD-Verbund insgesamt in seinen Strukturen „verschlanken“. 

Zu geplanten Einsparungen im Bereich des Programms erklärte der Münchner, der vor seiner Amtsübernahme im Jahr 2011 Regierungssprecher von Bundeskanzlerin Angela Merkel war: „Bevor wir ganze Angebote streichen, wollen wir die Kosten für die einzelnen Sendungen senken.“ Das habe bei der Zahl der Drehtage für Tatorte und andere wichtige Filme angefangen und höre bei der Zahl der eingesetzten Kameras auf. Wilhelm: „Als ich Intendant wurde, hatten wir zum Beispiel drei Studios in Rom: eines im Vatikan, ein TV-Studio Rom für die Republik Italien und ein Hörfunkstudio. Jetzt gibt es nur noch eines.“

Ist der Rundfunkbeitrag zu niedrig?

Wilhelm betonte im Hinblick auf die neue Festsetzung des Rundfunkbeitrags aber auch: „Wenn wir weiter keinen Inflationsausgleich erhalten, wären wir zu massiven Einschnitten im Programm gezwungen.“ Das Publikum des BR würde das „zu Recht“ mit großem Protest ablehnen. „Ich hoffe hier auf die Unterstützung der Politik in Bayern.“

München Tatort in der Kritik

Was die jüngsten Schlagzeilen über den anrüchigen Tatort angeht, erwartet Ulrich Wilhelm noch Diskussionen im Rundfunkrat, dem Kontrollgremium des Bayerischen Rundfunks. „Alle Themen, die in der Gesellschaft kontrovers diskutiert werden, bilden sich auch im Rundfunkrat ab“, so der Intendant, der persönlich nicht eingebunden war in die Frage, ob dieser Krimi um 20.15 Uhr ausgestrahlt werden sollte oder nicht.

Schon Anfang Mai war der BR in den Schlagzeilen: Der BR ist offenbar von einem ehemaligen Patentanwalt um eine dreistellige Millionensumme gebracht worden. Auch die ARD und das ZDF sind von dem Fall betroffen.

Das dritte Fernsehprogramm des Bayerischen Rundfunks startet eine Live-Fußball-Offensive. Neben Spielen der 3. Liga umfasst das Paket Top-Partien der Regionalliga Bayern. Dies gab der BR im September bekannt.

THY

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