Ein bisschen mehr dazuverdienen

Rentner: - Erstmals nach Jahren bekommen Rentner ab 1. Juli mehr Geld, und kommen in den Genuss gestiegener Zuverdienst-Grenzen. Doch die Verbesserungen sind bescheiden.

Erstmals wieder eine Erhöhung. Damit wollte die Politik etwas für die Rentner tun. Doch die 0,54 Prozent plus sind für Empfänger kleiner Renten kaum wahrnehmbar: Aus 1000 Euro werden brutto 1005,40 Euro. Der auf die Erhöhung entfallende halbe Krankenversicherungsbeitrag (rund 7 Prozent) sowie weitere 0,9 Prozent Zusatzbeitrag schmälern den "Ertrag". Es bleibt ein Plus von knapp fünf Euro.

400-Euro-Falle bleibt

Für viele Rentner wird ein Zuverdienst immer wichtiger. Kein Problem hat dabei, wer 65 Jahre alt ist und Altersrente bezieht. Die Rente bleibt erhalten. Vorzeitige Rentner (auch durch Altersteilzeit oder wegen Erwerbsminderung) rennen bereits mit einem 400- Euro-Job in eine Zuverdienst-Falle.

Denn nur bis 350 Euro Zuverdienst bleibt die Rente ungeschmälert erhalten. Allen anderen bleibt nur eine Teilrente. Bei 400 Euro Verdienst werden beispielsweise nur noch zwei Drittel der Altersrente überwiesen.

Steigt der Verdienst, wird die Rente weiter gekürzt. Dann wird unter Umständen nur noch die Hälfte, ein Drittel oder im schlimmsten Fall nichts mehr gezahlt.

Die Formel, nach der dies berechnet wird, ist höchst kompliziert, und lässt sich im Einzelfall nur von Experten berechnen. Die Grenzen ergeben sich aber auch aus dem Rentenbescheid.

Die neuen Grenzen

Ab Juli 2007 gelten bei Durchschnittsverdienern in den alten Bundesländern folgende Hinzuverdienstgrenzen:

Wer wenigstens eine Teilrente von einem Drittel erhalten will, darf bis zu einer Grenze von 1836,27 Euro (bisher 1826,49 Euro) dazuverdienen.

Die 50-Prozent-Teilrente bleibt nun bis 1379,18 Euro (bisher 1371,83 Euro) ungefährdet.

Zwei Drittel der Rente bekommt, wer bis zu 922,08 (bisher 917,16) Euro dazuverdient.

Wird auch die Hinzuverdienstgrenze für die 1/3-Teilrente überschritten, so entfällt der Rentenanspruch.

Oft nur ein Viertel

Für Bezieher von Erwerbsminderungsrenten, die nebenbei arbeiten, gelten ähnliche Sätze, die im Einzelfall individuell berechnet werden müssen - hier mit der Besonderheit, dass die Grenzwerte ein Viertel, die Hälfte und drei Viertel betragen.

Für Hinterbliebene

Zum 1. Juli 2007 erhöhen sich auch die Netto-Einkommens-Freibeträge für Bezieher von Hinterbliebenenrenten um etwa 4 bis 10 Euro monatlich. Eine Witwe oder ein Witwer können nun in den alten Bundesländern pro Monat bis zu 693,53 Euro anrechnungsfrei hinzuverdienen. Pro Kind, das noch erzogen wird, steigt der Freibetrag um 147,11 Euro monatlich. Der neue Freibeträge für Waisenrentner ist 462,50 Euro monatlich. Vom Nettoeinkommen, das darüber liegt, werden 40 Prozent von der Rente abgezogen.

Weniger Abzüge

Dieses fiktive Nettoeinkommen errechnet sich durch einen pauschalen 40-Prozent-Abzug aus dem Brutto-Arbeitsentgelt. Vermögenseinkünfte werden lediglich um 25 Prozent gekürzt. Allerdings gibt es hier eine Sonderregelung für Altfälle (das sind die meisten Hinterbliebenenrentner), die dafür sorgt, dass bestimmte Einkünfte die Rente nicht schmälern. Diese kommt zum Tragen, wenn der Partner vor 2002 gestorben ist oder wenn einer der Partner vor dem 2. Januar 1962 geboren wurde und die Ehe spätestens im Jahr 2001 geschlossen wurde. In diesen Fällen schmälern Vermögenseinkommen (dazu zählen auch Mieteinnahmen) die Rente nicht. Auch Krankengeld, Betriebsrenten, private Versorgungsrenten sowie Zusatzrenten öffentlich-rechtlicher Versicherungs- und Versorgungseinrichtungen können ohne Rentenminderung eingenommen werden.

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