Bitte den Chefarzt

Zusatzpolicen im Test: - Chefarztbehandlung und ein komfortables Zimmer: Diese Privilegien der Privatpatienten können auch gesetzlich Versicherte bekommen ­ mit einer Zusatzversicherung fürs Krankenhaus. Im aktuellen Test in der Zeitschrift Finanztest bekamen sieben Angebote von der Stiftung Warentest das Qualitätsurteil "sehr gut". Die 43-jährigen Modellkunden zahlen für die Testsieger zwischen 32 und 44 Euro im Monat.

Gesetzlich Krankenversicherte kommen in der Regel ins nächstgelegene Krankenhaus ­ nicht in die weit entfernet Uniklinik. Und im Einzelzimmer liegen sie nur, wenn es medizinisch erforderlich ist. Behandelt werden sie von den jeweils diensthabenden Ärzten.

Wer als Kassenpatient den Chefarzt verlangt, muss draufzahlen ­ oft viele tausend Euro. Oder er hat eine private Zusatzversicherung. Sie ist sinnvoll, denn sie lässt den Patienten die Wahl, wo und von wem sie sich behandeln lassen.

Für 35 bis 44 Euro Monatsbeitrag können sich zum Beispiel 43-jährige Frauen Chefarztbehandlung und Einzelzimmer mit einem "sehr gut" bewerteten Tarif sichern, gleich alte Männer zahlen für dieselbe Qualität zwischen 38 und 44 Euro. Testsieger von Finanz-Test sind Angebote mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und der günstigsten Entwicklung der Beiträge in den zurückliegenden acht Jahren (siehe Tabelle). Drei Angebote bewerteten die Tester allerdings mit "mangelhaft". So schnitten der Tarif SGII1/100 der Continentale für Frauen in der Kategorie Einbettzimmer und Chefarzt und in der Kategorie Zweibettzimmer und Chefarzt der Tarif SE 2+SEK der Gothaer für Männer und der Tarif ST-G2 der DEVK für Frauen am schlechtesten ab.

Auch ohne Versicherung können sich viele Patienten eine bessere Unterkunft leisten: Je nach Klinik und Abteilung zahlen sie für ein Einbettzimmer Zuschläge zwischen 50 und 100 Euro am Tag. Die Chefarztbehandlung privat zu zahlen, ist dagegegen äußerst kostspielig. Denn es ist nicht möglich, beispielsweise nur die Operation selbst vom Chefarzt ausführen zu lassen. Den Chef gibt es nur im Komplett-Paket inklusive den teureren Gebühren für den Anästhesisten, den Röntgenarzt oder Laboruntersuchungen.

Das Honorar für den Chefarzt richtet sich nach der Gebührenordnung für Ärzte und kann je nach Schwierigkeit der Behandlung unterschiedlich ausfallen. Einzelne Schritte können bis zum 3,5-fachen Satz liegen. Im Finanztest wurden daher nur Tarife untersucht, die Honorare mindestens bis zu diesem Satz erstatten.

Weiterhin verwehrt bleibt gesetzlich Versicherten der Zugang in eine Privatklinik, trotz Zusatzpolice. Denn diese deckt nur die Extras ab ­ die Grundkosten muss die gesetzliche Kasse tragen, und das tut sie nur bei Krankenhäusern, mit denen die Verträge hat.

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