Bitter: Bei Test fällt fast jeder zweite Orangensaft durch

- Frisch gepresster Orangensaft schmeckt am besten - doch wer sich die Mühe sparen will, kann sich auch mit Fertig-Getränken der Industrie Gutes tun. Vorausgesetzt, man greift zum richtigen Produkt. Bei einer Untersuchung der Stiftung Warentest schnitt fast jeder zweite von 24 Orangensäften "mangelhaft" ab, sechs erhielten die Note "gut".

Neben den Spezialisten von der Stiftung Warentest durften sich 126 Verbraucher durch den Saftladen trinken. Einhelliges Urteil: Nur ein Orangensaft verdiente die Note "sehr gut", nämlich der, der außer Konkurrenz lief: frisch gepresster. Bei den fertigen Produkten beginnt das Spektrum mit "gut" und endet mit "mangelhaft", heißt es in der neuen Ausgabe des Magazins "Test" (7/2006).

Von den 24 geprüften O-Säften sind 20 aus Konzentrat hergestellt. Das heißt, dass die Früchte in ihrem Ursprungsland gepresst und Fruchtfleisch, Aroma sowie Saft in der Regel getrennt werden. Dem Saft wird das fruchteigene Wasser entzogen, bis er auf etwa ein Sechstel seines Volumens verdichtet ist. Hier angekommen, wird dieses Konzentrat rückverdünnt. Im Gegensatz dazu geht Direktsaft (drei Produkte dieser Art im Test) mitsamt Aromen und Wasser auf die Reise. Ein untersuchtes Produkt ist eine Mischung aus beiden Arten. Gemeinsam haben sie alle: Sie müssen zu 100 Prozent aus der Frucht, also gepressten Orangen, bestehen.

Die Untersuchung hat ergeben, dass auch manch billiges Produkt Qualität hat. Die beste Note (1,9) erhielt Rio d'oro von Aldi. Mit etwa 70 Cent pro Liter gehöre er auch zu den günstigsten, heißt es bei "Test". Einen besonders schlechten Eindruck hinterließ der Orangensaft von Wesergold. "Er roch schalig, schmeckte wenig nach Orange, dafür aber stark nach anderen Zitrusfrüchten und außerdem besonders bitter", lautet die Warentest-Kritik. Außerdem beanstandeten die Prüfer, dass nicht deklarierter Fremdzucker enthalten war (Voelkel Bio/Demeter) oder das Orangenaroma bei der Rückverdünnung mehrerer Konzentrat-Säfte nicht wieder hergestellt wurde. Dies seien Verstöße gegen die Fruchtsaft-Verordnung. Als Quittung gab es die Note "mangelhaft".

Ein Saft (Pfanner) enthielt einen Wert der Chemikalie ITX über dem Richtwert des Bundesinstituts für Risikobewertung. Die Chemikalie kommt in Druckfarben für die Kartons vor und kann in den Saft gelangen. Allerdings stehe nicht fest, ob und welchen Effekt der Stoff auf die Gesundheit des Menschen habe.

Wer Saft lieber frisch presst, sollte die Orangen vorher gut waschen und trocken reiben, empfiehlt die Stiftung. Meist seien sie mit Mitteln gegen Schimmelbildung behandelt, die sonst in den Saft gelangen könnten.

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