Fallende Preise

Bittere Überraschung bei Südzucker

Mannheim - Südzucker  bekommt für Zucker und Bioethanol immer weniger Geld: Der Ausblick auf das laufende Jahr ist eine bittere Pille für die Aktionäre.

Fallende Preise für Zucker und Bioethanol bei gleichzeitig hohem Kostendruck schnüren Südzucker das Wachstum ab. Bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr waren bei Europas größtem Zuckerkonzern Umsatz und Ergebnis gesunken - in dem im März gestarteten Jahr 2014/15 dürfte es noch deutlicher nach unten gehen. Südzucker kündigte am Dienstag überraschend einen operativen Ergebniseinbruch von fast 70 Prozent für das laufende Jahr an. Die Börse reagierte geschockt: Die im MDax notierten Südzucker-Aktien verloren zeitweise bis zu 17 Prozent an Wert. Südzucker-Tochter Cropenergies warnte zeitgleich vor schwachen Ergebnissen.

„Das wirtschaftliche Umfeld im Bereich Zucker und Bioethanol trübt sich für uns ein“, sagte ein Konzernsprecher. „Bioethanol ist momentan günstiger als Benzin, das drückt aufs Ergebnis.“ Auch die Preise für Zucker seien weiterhin im Sinkflug. CropEnergies gewinnt das Bioethanol aus Zuckerrüben. Der Biosprit wird EU-weit herkömmlichem Benzin beigemischt. Die Umsetzung in den Mitgliedstaaten sei allerdings nicht so gelaufen wie Südzucker es sich erhofft habe, sagte der Sprecher. Viele EU-Ländern zögerten, den Anteil von Biokraftstoffen zu erhöhen.

Im laufenden Jahr wird das operative Ergebnis von Südzucker  danach auf rund 200 Millionen Euro und der Umsatz auf etwa 7 Milliarden Euro sinken. Bereits das seit gut fünf Wochen laufende erste Quartal dürfte deutlich schwächer ausfallen als im Vorjahr.

Cropenergies erwartet für dieses Jahr ein operatives Ergebnis zwischen minus 30 Millionen Euro und plus 20 Millionen Euro. Allerdings soll der Umsatz durch erweiterte Produktionskapazitäten auf mehr als 850 Millionen Euro steigen. Im abgelaufenen Jahr hatte das Unternehmen nach ersten Berechnungen seinen Umsatz um 13 Prozent auf 781 Millionen Euro gesteigert. Das operative Ergebnis brach von 87 Millionen auf 34,5 Millionen Euro ein.

Das zog auch den Mutterkonzern nach unten: Wie Südzucker mitteilte, fiel das operative Ergebnis 2013/14 (Ende Februar) nach Rekordwerten im Vorjahr um fast ein Drittel auf 658 Millionen Euro. Der Umsatz gab um zwei Prozent auf 7,7 Milliarden Euro nach. Zu schaffen machten den Mannheimern auch hohe Rohstoffpreise und Produktionskosten. Der Konzern hatte zudem eine Millionen-Strafe von der EU wegen Preisabsprachen aufgebrummt bekommen. Wie sich das alles unter dem Strich auswirkt, will Südzucker bei der Vorlage der vollständigen Bilanz Mitte Mai bekannt geben.

dpa

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