Blackstone geht an die Börse

Investment: - New York - Die große amerikanische Investmentfirma Blackstone geht an die Börse. Sie will dabei bis zu vier Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) hereinholen. Blackstone gab dabei weder den anvisierten Emissionskurs noch die Zahl der an die Börse kommenden Aktien bekannt.

Dies hat die 1985 von den Investmentbankern Steve A. Schwarzman (60) und Pete Peterson (80) gegründete New Yorker Gesellschaft in ihrem Erstemissionsantrag bei der amerikanischen Wertpapier- und Börsenbehörde SEC mitgeteilt. Schwarzman war kürzlich vom US-Wirtschaftsmagazin "Fortune" als "neuer Wall-Street-König" gefeiert worden. In Deutschland besitzt Blackstone unter anderem Anteile an der Deutschen Telekom und ist auch am Wohnungsmarkt tätig. Der frühere Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke soll auch auf Druck von Blackstone seinen Hut genommen haben.

Blackstone hat gegenwärtig 78,7 Milliarden Dollar Vermögenswerte unter Verwaltung verglichen mit nur 21,7 Milliarden Dollar vor fünf Jahren. Das Unternehmen hat 2006 nach eigenen Angaben 2,3 Milliarden Dollar verdient nach 1,3 Milliarden Dollar im Vorjahr.

Das "Wall Street Journal" ging davon aus, dass zehn Prozent der Managementfirma abgeben werden. Damit wäre das Unternehmen mit seinen 770 Mitarbeitern insgesamt etwa 40 Milliarden Dollar wert. Zum Vergleich: Der Gesamtwert der Aktien der Deutschen Bank beträgt rund 65 Milliarden Dollar. Schwarzman hat nach Darstellung der Zeitung ein Vermögen von zehn Milliarden Dollar. Es könnte sich durch den Börsengang noch verdoppeln.

Die Gesellschaft macht einen erheblichen Teil ihrer Geschäfte damit, dass sie entweder im Alleingang oder mit Partnern Unternehmen zu einem erheblichen Teil auf Pump kauft, sie auf Vordermann bringt und dann nach einigen Jahren mit hohem Gewinn wieder ganz oder teilweise verkauft. Dies ist ein äußerst lukratives Geschäft.

Blackstone verfügt auch über Hedge-Fonds und Immobilienanlagen. Die Gesellschaft hatte kürzlich - einschließlich Schuldenübernahme - 39 Milliarden Dollar für die größte amerikanische Büroimmobilienfirma Equity Office Properties gezahlt. Das war der bisher größte Firmenaufkauf einer Investmentfirma. Vor einigen Jahren hatte Blackstone die deutsche Chemie-Gesellschaft Celanese übernommen und dann später mit großem Gewinn an die Börse gebracht.

Die Blackstone-Aktionäre sollen nur begrenzte Stimmrechte erhalten und auch die Partner und Verwaltungsratsmitglieder der Gesellschaft nicht wählen dürfen, betonte das Unternehmen.

Blackstone wird sich mit dem Börsengang und eigenen Aktien eine neue Geldquelle an der Wall Street erschließen und damit auch eine bei Unternehmensaufkäufen einsetzbare "Währung" erhalten. Die im Wall-Street-Sprachgebrauch als "Private Equity"-Firmen bezeichneten Unternehmen hatten allerdings auch bisher keine Probleme sich bei den Pensionskassen, Stiftungen, Banken, Versicherungen und anderen institutionellen Kreditgebern und Anlegern sowie reichen Investoren immer höhere Milliardensummen zu beschaffen.

Firmen wie Blackstone, Kohlberg Kravis Robert, Bain Capital und Texas Pacific Group sowie zahlreiche andere einschlägige Firmen aus aller Welt haben derzeit geschätzte 400 Milliarden Dollar verfügbar. Da sie in der Regel Akquisitionen zum größten Teil auf Pump vornehmen, hätten sie damit das Potenzial Gesellschaften mit einem Gesamtwert von etwa zwei Billionen Dollar zu übernehmen.

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