Blechschaden oder Totalverlust: Wer zahlt nach einem Autounfall ?

- Beim Ausparken einen Moment nicht aufgepasst, beim Abbiegen den Schulterblick versäumt oder einfach zur falschen Zeit am falschen Ort gewesen - es gibt unzählige Ursachen für einen Autounfall. Hat es erst einmal gekracht, gilt als einzige Devise: Kühlen Kopf behalten. Denn nur so kommt der Versicherte zu seinem Recht.

<P>Eine sichere Grundlage für den späteren Versicherungsfall schafft das richtige Handeln noch am Unfallort. "Die Unfallstelle absichern und Personalien aller Beteiligten aufnehmen", lauten hier die wichtigsten Maßnahmen, wie Wilhelm Handel, Leiter der Kfz-Schadensstelle bei der HDI in München weiß. "Außerdem sollten Sie sich den Führerschein des anderen zeigen lassen", empfiehlt der Experte. Eventuell müsse die Polizei gerufen werden. Der entstandene Schaden sei unverzüglich der Versicherung zu melden - auch bei noch ungeklärter Schuldfrage. Sobald klar ist, dass die Versicherung des Unfallgegners zahlen muss, sollte der Geschädigte auf seinem Recht bestehen.<BR><BR>Sachverständiger</P><P>Jeder Geschädigte hat das Recht auf einen unabhängigen Sachverständigen, der die Schadenshöhe feststellt. "Sie müssen sich nicht nach der Versicherung richten", unterstreicht Silvia Löhr von der Kfz-Innung München-Oberbayern diese Wahlfreiheit. Die Kosten hierfür müsse die gegnerische Versicherung übernehmen. Bei einem so genannten Bagatellschaden (Schadenshöhe unter 770 Euro) reiche ein Kostenvoranschlag einer Fachwerkstatt aus.<BR><BR>Reparatur</P><P>Auch bei der Reparatur gilt: Der Geschädigte kann seine Werkstatt frei wählen. Die Kosten trägt die Versicherung des Schädigers. Laut Wilhelm Handel gibt es allerdings einen Ausnahmefall: Wenn nämlich der Geschädigte sein Auto nicht reparieren, sondern sich den Betrag ausbezahlen lässt. "Dann erhält er nur den Nettobetrag, da in diesem Fall keine Mehrwertsteuer anfällt."<BR><BR>Totalschaden</P><P>Bei einem Totalschaden an seinem Fahrzeug kann sich der Geschädigte den Wiederbeschaffungswert seines Autos abzüglich des Restwerts ausbezahlen lassen. Dies geschieht brutto oder netto - abhängig etwa von Fahrzeugtyp und -alter, so die Kfz-Innung. Ansprechpartner ist hier ein Sachverständiger. Wenn die Kosten der Reparatur maximal 30 Prozent über dem Wiederbeschaffungswert des Autos liegen, ist stattdessen auch eine Reparatur auf Kosten der Versicherung möglich.<BR><BR>Mietwagen und Co.</P><P>Es ist ratsam, sich nach weiteren Ansprüchen zu erkundigen. Solange das eigene Fahrzeug in Reparatur ist, hat der Geschädigte laut Wilhelm Handel grundsätzlich einen Anspruch auf einen kostenlosen Mietwagen. Alternativ könne in dieser Zeit auch der Nutzungsausfall geltend gemacht werden, so die Kfz-Innung. Gegebenenfalls zahlt die Versicherung laut Handel auch für die Wertminderung des Fahrzeugs sowie einen Fixbetrag für die entstandenen Kosten. Im Zweifelsfall hilft laut der Kfz-Innung ein Anwalt. Die Kosten übernehme die gegnerische Versicherung.<BR></P>

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