So bleiben Diebe draußen

Keine Chance für Einbrecher: - Alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen. Gerade zu Ferienzeiten wittern Diebe ihre Chance, in verlassenen Häusern Beute zu machen. Rund 600 Millionen Euro Gesamtschaden verursachen die Langfinger im Jahr deutschlandweit. Allein in Bayern wurde im vergangenen Jahr bei 6279 Einbrüchen Diebesgut im Wert von rund 14,6 Millionen Euro erbeutet. Hier erfahren Sie, wie sich das Risiko eines Einbruchs verringern lässt.

Langfristig sicher

Diebe wollen in der Regel schnell und einfach an die Beute kommen. Braucht ein Einbrecher länger als fünf Minuten, um sich Zugang zu einem Haus oder einer Wohnung zu verschaffen, lässt er häufig von seinem Vorhaben ab. Meistens hebeln Täter Türen oder Fenster auf, indem sie einen Schraubenzieher oder ein Brecheisen in den Falzbereich schieben. "Die Sicherheit sollte deshalb bei Fenstern und Türen beginnen", sagt Michael Rasp von der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle für Einbruchschutz im Polizeipräsidium München. Sinnvoll sind einbruchhemmende Fenster. Statt Rollzapfen empfiehlt der Kriminaloberkommissar eine Pilzkopf-Verriegelung. Mit einem abschließbaren Fenstergriff kann man zudem das Öffnen bei zerstörter Scheibe verhindern.

Da auch gewöhnliche Rollläden oder Jalousien kein Hindernis für Einbrecher darstellen, sollte man einbruchhemmende Rollläden anbringen lassen. Haus- oder Wohnungstüren lassen sich mit einem Querriegelschloss sicherer machen.

Außerdem schreckt Helligkeit Diebe ab. Automatische Lichtschaltgeräte, Dämmerungsschalter oder Zeitschaltuhren sind daher laut Kriminalpolizei eine sinnvolle Investition.

Vor dem Urlaub

Fährt man in den Urlaub, sollte man Freunde, Bekannte, Nachbarn oder auch ein Haushüter-Unternehmen (Informationen im Internet unter www.haushueter.org) darum bitten, nach Wohnung oder Haus zu sehen. Dazu gehört, dass der Briefkasten geleert wird, Rollläden oder Vorhänge zu unregelmäßigen Zeiten geöffnet und geschlossen werden und die Beleuchtung an- und ausgeschaltet wird. Falls sich niemand findet, der den Briefkasten leert, kann auch der Lagerservice der Post in Anspruch genommen werden. Informationen dazu gibt es in den Filialen der Deutschen Post.

Eine Einladung für Einbrecher ist es, wenn an der Tür ein Aufkleber zu finden ist, wo die Post abgegeben werden soll. Der Anrufbeantworter sollte ausgeschaltet beziehungsweise mit einem neutralen Text besprochen werden. Niemals sollte zu hören sein, dass man gerade für zwei Wochen im Ausland weilt.

Leitern oder Gartenmöbel, die als Aufstiegshilfen dienen können, sollten weggeräumt oder mit einer Kette gesichert werden. Bargeld, Sparbücher und Scheckkarten sollten nicht offen in der Wohnung liegen. Bevor man in den Urlaub startet, empfiehlt es sich, nochmals zu überprüfen, ob alle Fenster und Türen fest geschlossen sind.

Aufpassen sollte man nach Angaben der Initiative für aktiven Einbruchschutz "Nicht bei mir" außerdem mit der Beschriftung des Koffers: Der Anhänger mit Namen und Adresse darf nicht für jeden ersichtlich außen an Koffer oder Tasche baumeln. An Flughafen oder Bahnhöfen können sich Diebe so leicht informieren, welche Häuser oder Wohnungen derzeit verwaist sind.

Versicherungsschutz

Auch wenn man eine Hausratversicherung abgeschlossen hat, wird der Einbruchschaden nicht in jedem Fall ersetzt. "Wenn Fenster oder Türen gekippt waren, kann es sein, dass der Schutz erlischt", erklärt Katrin Rüter de Escobar vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Deshalb sollten auch Nachbarn oder Bekannte, die das Haus hüten, immer an das feste Verschließen von Fenstern denken. Zudem empfiehlt die Expertin, Türen immer zwei Mal abzuschließen. Denn wenn sich die Tür zu leicht aufdrücken lässt, kann es ebenso passieren, dass nichts gezahlt wird. "Einbruchspuren müssen erkennbar sein", sagt Rüter de Escobar.

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