HVB bleibt länger am Zapfhahn

- München - Die HypoVereinsbank bleibt im Brauerei-Geschäft. Verhandlungen über einen Verkauf des viertgrößten deutschen Braukonzerns, Brau und Brunnen, sind geplatzt. Damit wird das Dortmunder Unternehmen vorerst nicht an einen Brauriesen angegliedert, die HVB behält ihre 56-Prozent-Beteiligung. Doch grundsätzlich rücken die Brauer enger zusammen, wobei mancher zerdrückt wird. In Bayern kontrollieren sechs Konzerne von außerhalb des Freistaats sowie die Handelsmarken der Discounter schon 40 Prozent des Marktes.

<P>Monatelang hatte sich die HypoVereinsbank um einen Verkauf von Brau und Brunnen bemüht. Zuletzt war mit der US-Investorengruppe One Equity Partners verhandelt worden. Der Getränkekonzern, zu dem unter anderem die Marke Jever gehört, soll nun eigenständig bleiben. "Brau und Brunnen steht nicht mehr zum Verkauf", sagte Unternehmenssprecher Udo Dewies. </P><P>Die Verhandlungspartner hätten die Gespräche nicht offen und fair geführt. Angeblich soll eine Zerschlagung des Konzerns gedroht haben. Stattdessen will Brau und Brunnen nun selbst durch Zukäufe von Bierbrauern und Mineralbrunnen wachsen. Die HypoVereinsbank bleibe als Partner erhalten. Deren Freude darüber dürfte sich in Grenzen halten. Die Bank will sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren - und dazu gehören weder Brau noch Brunnen.<BR><BR>Auch wenn die Groß-Übernahme in Dortmund geplatzt ist, rutscht man auf dem Biermarkt zusammen. Die ausländischen Giganten Interbrew, Heineken sowie Tuborg und die deutschen Größen Radeberger, Holsten sowie Brau und Brunnen erreichen zusammen mit den Handelsmarken von Billig-Ketten einen Anteil von 40 Prozent des bayerischen Marktes, sagte Klaus Richard von der Unternehmensberatung A. C. Nielsen anlässlich des Bayerischen Brauertages in München. </P><P>Rechnet man noch die mittelgroßen Unternehmen Bitburger, Krombacher, Warsteiner und Oettinger (insgesamt 22 Prozent) dazu, bleibt für rund 640 Brauer im Freistaat nur gut ein Drittel des bayerischen Marktes.<BR><BR>"Es sieht dramatisch aus", sagte Richard. Das gilt besonders für das Geschäft mit Bier aus der Plastikflasche. Die PET-Packung ersetzt seit Start des Pflichtpfands teilweise die Dose. Während die Alu-Packung von deutschen Brauern genutzt wurde, erobern über die PET-Flaschen vor allem ausländische Konzerne Anteile im Bundes-Biermarkt. </P><P>Ob das PET-Bier beim Verbraucher ankommt? "Diese Diskussion haben wir in den 80er-Jahren mit der Dose geführt. Ich fürchte, dass wir eine ähnliche Entwicklung bei PET erleben", sagte Richard. Bis 2002 war jedes vierte Bier in Deutschland eines aus der Dose.<BR></P>

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