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Hohe Diesel-Preise: Spediteure in Existenzangst - Lkw-Fahrer legen Autobahnen lahm

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Von: Patricia Huber

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LKW-Fahrer demonstrieren gegen Kraftstoffpreise
Organisator Gerd Fischer versammelt sich mit anderen zu einer Demonstration gegen die aktuellen Kraftstoffpreise. © Rolf Vennenbernd/dpa

Die hohen Spritpreise treffen besonders Spediteure. Mit Blockaden und Protesten auf den Straßen setzen Lkw-Fahrer nun ein Zeichen.

Köln/Berlin - Die aktuellen Preise an den Tankstellen sind nicht nur für „Normalverbraucher“ eine Belastung. Besonders Spediteure und andere Logistik-Unternehmer leiden unter den Folgen des Ukraine-Krieges*. Nun wollen Lkw-Fahrer in NRW und Berlin demonstrieren, um auf ihre Problematik aufmerksam zu machen.

Ukraine-Krieg treibt Spritpreise: Lkw-Fahrer blockieren Straßen

Am Mittwochnachmittag (16. März) möchten zahlreiche Fahrer die Autobahnen in NRW blockieren, wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet. Es sollen der Kölner Ring und die Autobahnen A1, A3, A4 und A61 mit den Lastkraftwagen lahm gelegt werden. Alleine am Kölner Ring fahren etwa 200.000 Fahrzeuge pro Tag. Die Auswirkungen dürften massiv sein.

In Berlin laufen die Proteste bereits. Mit mehreren Lastwagenkonvois auf Autobahnen im Berliner Umland demonstrieren Transportunternehmen seit dem frühen Mittwochmorgen für staatliche Hilfe bei der Bewältigung der gestiegenen Dieselpreise. Die Brandenburger Polizei rief auf Twitter dazu auf, besonders auf den Autobahnen A10 und A111 vorsichtig zu fahren, weil die Lastwagen dort mit Schleichfahrten den Verkehr verlangsamten.

Ziel sei die Berliner Innenstadt, sagte einer der Initiatoren des Protests der Deutschen Presse-Agentur. Blockaden oder Staus seien dort aber nicht geplant. Es gehe lediglich um Durchfahrten. Der Organisator sprach von mehreren Hundert Lastwagen, deren Unternehmer sich an den Aktionen beteiligten. Die Polizei nannte zunächst keine Zahlen.

Ukraine-Krieg: 600 Euro Mehrkosten pro Tag durch hohe Spritpreise

Der Spediteur Gerd Fischer ist auch bei der Protestaktion in NRW dabei. „Das geht nicht weiter, das ist ein Unding“, schimpft er im Kölner Stadt-Anzeiger über die Preise an der Zapfsäule. Er berichtet von 600 Euro Mehrkosten pro Tag im Vergleich zum Vorjahr. Alle drei Tage muss Fischer in jeden seiner drei Lkw 600 Liter Diesel tanken. Vor einem Jahr kostete der Liter noch einen Euro weniger. Die Mehrkosten sind enorm, „und die kriege ich von keinem Kunden bezahlt“, erklärt er. Die Bundesregierung müsse nun handeln, da sonst Existenzen gefährdet werden*. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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