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Garantiert falsch: Einen 200 Euro Schein mit Porträt gibt es nicht als echtes Zahlungsmittel.

Falschgeld

41 000 Blüten flogen 2008 auf

Frankfurt – Nicht jeder, der mit Falschgeld zahlt, tut das mit Absicht. Vor allem kleinere Länden sind für Blüten anfällig

CC Polar steht auf dem blauen Schein, der in Format und Farbe der 20-Euro-Note nachempfunden ist – allerdings sollte die Note nur Werbezwecken dienen. Doch der von einer Messe für Schneidemaschinen verteilte Schein wurde aber als Zahlungsmittel verwendet: Ein Kunde kaufte sich damit bei einer Sportveranstaltung im ein Eis. Die arglose Verkäuferin merkte nichts. Stattdessen gab sie die Blüte als Wechselgeld heraus – der Empfänger ging damit zur Polizei. Der Schaden wurde dem ehrlichen Mann zwar nicht beglichen – aber er hat sich wenigstens nicht strafbar gemacht.

Immer wieder bezahlen bösartige, unaufmerksame oder auch zu eigenwilligen Späßen aufgelegte Kunden mit derartigen Werbe- oder Scherzartikeln. Davon kann der Leiter des Analysezentrums der Bundesbank, Rainer Elm, ein Liedchen singen: „Vor allem in kleineren Geschäften, wo das Personal nicht so vertraut ist mit großen Scheinen, werden Fälscher auch schon mal 300- oder 1000-Euro-Blüten los“, berichtet der Experte.

So sei schon mit Scheinen bezahlt worden, die auf nur einer Seite bedruckt sind, oder mit Stückelungen, die es gar nicht gibt – oder die bei einem etwas genaueren Blick aus anderen Gründen sofort als unecht ins Auge fallen müssten. Wie etwa bei den für einige Cent im Internet angebotenen Scheinen, die mit dem angeblichen Wert von 300 Euro nackte Frauen zeigen. Auf den 600-Euro-Scheinen dieses Scherzartikel-Anbieters posieren anstelle der Frauen nackte Männer.

Verbieten will die Bundesbank solche „Fälschungen“ nicht: „Es gibt legitime Anliegen für die Reproduktion von Banknoten, etwa in Schulbüchern, bei Schulungen oder als Produktwerbung“, sagt Elm.
Während diese nachempfundenen Blüten den Fahndern und den Zentralbanken keine Bauchschmerzen bereiten, wird der Kampf gegen Fälscherbanden hart geführt. Die Strafen in Deutschland sind härter als in anderen Ländern.

„Die perfekte Fälschung gibt es nicht.“ sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Hans Reckers: Gefälschte Banknoten würden nach zwei bis drei Zahlungen aus dem Verkehr gezogen, weil sie regelmäßig von Banken, Geldtransporteuren und der Bundesbank gesichtet werden. Falsche Münzen könnten Jahre im Umlauf sein, bis sie von professionellen Stellen kontrolliert werden und die Fälschung auffällt – allerdings lohnt sich der Betrug bei den niedrigen Beträgen und den hohen möglichen Strafen kaum.

2008 zogen Fahnder und Banker bundesweit 41 000 gefälschte Euro-Scheine aus dem Verkehr – 1000 mehr als 2007. Der Schaden sank von 3,8 auf 3,5 Millionen Euro, da vor allem weniger hohe Stückelungen verbreitet wurden. Der Anstieg in Deutschland war im Vergleich zum gesamten Euro-Raum niedrig: „Insgesamt können wir sehr zufrieden sein, wir haben das Problem weitestgehend im Griff“, betont Reckers.

Zwar räumen die Zentralbanker ein, dass die Kriminellen inzwischen Blüten herstellen, die „auf den ersten Blick“ überzeugen können. Ihre Technik habe sich in den letzten Jahren aber nicht verbessert: „Die Fälscherarbeiten immer noch auf dem Niveau von 2003/2004“, betont Experte Elm. „Die meisten Kassierer merken es, wenn sie einen falschen Schein bekommen, aber es klappt halt doch immer wieder.“

Bei dem Kampf gegen die organisierte Kriminalität setzen die Zentralbanken auch auf Zeit. Reckers verspricht Verbesserungen für künftige Euro-Noten-Generationen: „Wir im Eurosystem machen gewaltige Anstrengungen, um Banknoten noch sicherer zu machen.“

Von Harald Schmidt

So hebt sich echtes Geld von Blüten ab

  • Der Schriftzug „BCE ECB EZB EKT EKP“ am oberen Rand der Vorderseite ist leicht hervorstehend zu fühlen.
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich beim Durchsehen erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann bis 20 Euro ein Glanzstreifen, ab 50 Euro ein Farbwechsel der rechten Wertzahl beim Kippen geprüft werden.
  • Die Untersuchung mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen ergibt nicht immer ein eindeutiges Ergebnis, deshalb sollten immer alle Merkmale berücksichtigt werden.
  • Vergleichen: Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine echte zum Vergleich heranzuziehen.
  • Gefälschte Münzen sind in der Regel nur bei sehr sorgfältiger Prüfung zu erkennen.

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