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Elizabeth Holmes gründete das gescheiterte Bluttest-Start-up Theranos

Ehemaliger Start-up-Star

19-jährige Gründerin hatte 4,5 Milliarden - jetzt ist sie nicht nur pleite

Das Vermögen von Gründerin Elizabeth Holmes lag einmal bei 4,5 Milliarden, mittlerweile hat sie gar nichts mehr. Nach dem Crash ihrer Firma droht ihr jetzt auch noch Gefängnis.

Silicon Valley - Der einstigen Silicon-Valley-Milliardärin und Gründerin der Bluttest-Firma Theranos, Elizabeth Holmes, droht eine lange Haftstrafe wegen Betrugsvorwürfen. Die Staatsanwaltschaft in Kalifornien erhob am Freitag Anklage gegen die 34-Jährige wegen Betrugs an Investoren und Kunden.

Holmes und der Theranos-Präsident Ramesh Balwani sollen fälschlicherweise behauptet haben, dass sie bereits mit einer geringen Menge Blut zahlreiche medizinische Tests vornehmen können.

Investoren und Kunden fühlen sich hintergangen

Beiden drohen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bei einer Verurteilung bis zu 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Dollar (etwa 215.000 Euro).

In der Anklage eines Geschworenengremiums ("Grand Jury") wird ihnen vorgeworfen, Investoren und Kunden hinters Licht geführt zu haben, "die sich auf ihre angeblich revolutionäre Bluttest-Technologie verließen", erklärte Staatsanwalt Alex Tse.

Staatsanwaltschaft wirft Holmes unzuverlässige Testergebnisse vor

Hunderte Patienten beziehungsweise deren Versicherungen hätten für die Tests und die erhofften Ergebnisse gezahlt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten aber vor, unzuverlässige Testergebnisse abgeliefert zu haben.

Theranos teilte unterdessen mit, Holmes sei als Vorstandsvorsitzende der kalifornischen Firma ersetzt worden, bleibe aber als Firmengründerin aber Chefin des Verwaltungsrats. Holmes gründete die Firma im Jahr 2003 mit gerade einmal 19 Jahren. Sie galt lange als aufstrebender Star der Branche, Investoren steckten aufgrund des revolutionär anmutenden Versprechen ihrer Bluttest-Technologie Millionen Dollar in das Start-up.

Holmes besaß einmal 4,5 Milliarden Dollar

Das "Wall Street Journal" begann jedoch im Oktober 2015 mit einer Artikelserie, in der die Zuverlässigkeit der Technologie in Frage gestellt wurde, und erregte so die Aufmerksamkeit der Behörden.

2015 hatte das Magazin die Theranos-Gründerin noch als jüngste Selfmade-Milliardärin der Welt bezeichnet und auf 4,5 Milliarden Dollar (heute umgerechnet rund 3,9 Milliarden Euro) taxiert. Ein Jahr später schrumpfte Holmes' Vermögen laut "Forbes" auf Null.

AFP

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