Das Logo von BMW ist auf dem Dach der BMW Zentrale München, dem "Vierzylinder" zu sehen.
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BMW-Zentrale in München: Anders als Erzrivale Daimler plant der bayerische Autobauer keinen Corona-Bonus für die Beschäftigten.

Steuerliche Sonderförderung

BMW: Corona-Bonus bei Münchner Autobauer „steht nicht zur Diskussion“ 

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Die Corona-Pandemie bedeutet für viele Beschäftigte zusätzliche Belastungen. Unternehmen wie Adidas oder Daimler wollen das mit Corona-Boni honorieren, BMW lehnt eine Sonderprämie hingegen ab.

  • Viele Unternehmen wollen den Sondereinsatz ihrer Mitarbeiter in der Corona-Pandemie mit einem Sonder-Bonus honorieren.
  • Bis 1500 Euro sind die Prämien steuerfrei.
  • Jetzt hat die Koalition die Unternehmen ermuntert, von der Regelung Gebrauch zu machen.
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München - Der Münchner Autobauer BMW will seinen Mitarbeitern trotz der Sonderbelastungen durch Corona keinen Corona-Bonus zahlen. „Eine Sonderzahlung wegen der Corona-Pandemie steht bei der BMW Group nicht zur Diskussion“, erklärte eine Konzernsprecherin am Mittwoch gegenüber Merkur.de. BMW habe im Jahresverlauf das Kurzarbeiter-Geld bei Mitarbeitern aufgestockt, deren Netto-Entgelt unter 93 Prozent gelegen habe. Zudem habe man weitere Leistungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie die Erfolgsbeteiligung „unverändert weiter gewährt“.

Nach dem geltenden Tarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie erhalten BMW-Mitarbeiter 69 Prozent eines Monatsgehalts als Urlaubsgeld. Dazu kommt das Weihnachtsgeld. Den tariflich vereinbarten Anteil von 55 Prozent eines Monatsgehalts stockt BMW je nach Betriebszugehörigkeit um bis zu 45 Prozent auf. Insgesamt zahlt der Münchner Autobauer seinen Beschäftigten damit 13,7 Monatsgehälter sowie eine Erfolgsbeteiligung.

BMW: Erzrivale Daimler kündigt Corona-Sonderprämie an

Erst am Dienstag hatte der Stuttgarter Daimler-Konzern angekündigt, seinen Tarif-Beschäftigten in Deutschland mit dem bevorstehenden Dezembergehalt einen einmaligen Corona-Bonus von 1000 Euro zu zahlen. Damit wolle man die „wirtschaftlichen und persönlichen Belastungen“ der Mitarbeiter in der Pandemie“ abfedern. Auch der Sportartikelhersteller Adidas plant eine Dankesprämie. Sie könne abhängig von der Kaufkraft im jeweiligen Land bis zu 1000 Euro betragen.

Als einer der ersten großen Konzerne war Anfang November Siemens mit Ankündigung einer Corona-Sonderausschüttung vorgeprescht. Man wolle die „Höchstleistungen“ der rund 235.000 Beschäftigen in der Krise honorieren, hieß es. Die Prämie ist ebenfalls nach Kaufkraft gestaffelt und soll in Deutschland rund 1000 Euro betragen.

Die Corona-Boni sind steuerlich lukrativ. Das Bundesfinanzministerium hatte im Frühjahr angekündigt, Bonuszahlungen ab dem 1. März bis zu 1500 Euro steuer- und abgabenfrei zu stellen. Mit der zunächst bis Jahresende befristeten Sonderregelung sollten die erhöhten Belastungen an Pflegekräfte, Ärzte, Supermarkt-Kassierer oder Lkw-Fahrer besonders honoriert werden.

Corona-Bonus: Koalition will Regelung bis zum Sommer verlängern

Am Mittwoch (2. Dezember) haben sich Union und SPD laut Reuters auf eine Verlängerung der Steuervorteile für Corona-Prämien bis zum 30. Juni 2021 verständigt. Man hoffe, dass noch viele weitere Unternehmen die Corona-Bonuszahlungen nutzten, hieß es aus der Koalition.

Der Münchner Autobauer hat mit einer Diebstahl-Serie zu kämpfen*. Bundesweit knackten Autodiebe zahlreiche BMW-Karossen. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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