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BMW: Konzern schickt Technologie-Flaggschiff wohl schon früher in Rente

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Von: Markus Hofstetter

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BMW: Der Münchner Autobauer will einen wichtigen Technologie-Träger demnächst in Rente schicken.
BMW: Der Münchner Autobauer will einen wichtigen Technologie-Träger demnächst in Rente schicken. © Jan Woitas/dpa

BMW treibt den Ausbau seiner E-Flotte mit Macht voran. Doch ein bereits jetzt legendäres Modell dürfte der Offensive wohl zum Opfer fallen.

München - Als BMW 2013 den i3 eingeführt hat, war das Auto eine kleine Sensation, nicht nur weil es rein elektrisch angetrieben wird. Mit der Carbon-Fahrgastzelle ist es konsequent auf Leichtbau getrimmt, Teile der Innausstattung bestehen aus nachwachsenden Materialien, die kompostierbar sind.

Inzwischen hat BMW, Stand Oktober 2020, 200.000 Exemplare des Stromers verkauft. Der Autohersteller kündigte vergangenes Jahr sogar an, die i3-Produktion erhöhen zu wollen, um die steigende Nachfrage nach Elektroautos zu befriedigen. 2024 schließlich sollte die Produktion eingestellt werden.

Doch nun scheint das Ende des i3 wesentlich schneller zu kommen. BMW soll US-Händler darüber informiert haben, dass im Juli zum letzten Mal 180 Fahrzeuge für den US-Markt vom Band laufen sollen, dann werde der Verkauf dort eingestellt. Das berichtet das Onlineportal Automobilewoche.

Früheres Aus für den BMW i3: Technik ist bereits veraltet

Schon bald darauf könnte das endgültige Aus folgen. Im Lauf des Jahres 2023, vielleicht sogar schon 2022, wenn der iX1 anläuft, soll die i3-Produktion im Werk Leipzig komplett eingestellt werden. Damit werden alle vorherigen Ankündigungen von BMW rund um den i3 Makulatur.

Das nahende Ende des BMW i3 kommt jedoch nicht überraschend, es liegt schon seit einiger Zeit in der Luft. So hat das Auto seit einigen Jahren keine Technikupdates in Form neuer, leistungsfähigerer Akkus mehr erhalten. Der letzte, 2018 eingeführte 120 Ah-Akku mit einer Brutto-Kapazität von 42,2 kWh ist im Vergleich zu Akkus moderner Modelle veraltet. Aktuelle E-Autos wie der ID.3 von VW, der Mercedes EQA, der Hyundai Kona oder der im November startende BMW i4 haben wesentlich größere Reichweiten.

Ebenso ist der in die Jahre gekommenen Motor des i3 Stromers vergleichsweise schwach auf der Brust. Auch das Infotainment-System des i3 ist nicht mehr auf dem Stand der Technik.

Früheres Aus für den BMW i3: Fokus auf neue Elektroauto-Modelle

Eine Ursache für das schnellere Ableben des i3 dürfte der Fokus auf Neuheiten wie dem BMW i4 und BMW iX sein, die noch im laufenden Jahr auf den Markt kommen werden. Sowohl die elektrische Limousine als auch der E-SUV sind im Vergleich zum i3 konventionell und sehen deutlich gefälliger aus.

Doch Teile der Technik dürfen weiterleben. So übernimmt Mini beim Cooper SE den E-Antrieb aus dem i3, bietet aber ansonsten deutlich neuere Technik und mehr Alltagstauglichkeit. Erhalten bleiben könnte auch der Name. Je nach Markt plant BMW offenbar auch Elektroversionen des 3er oder gar des 7er. Die 3er Limousine mit Elektroantrieb könnte i3 genannt werden.

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