Oliver Zipse: Der BMW-Chef richtet den Konzern komplett auf E-Mobilität aus.
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Oliver Zipse: Der BMW-Chef richtet den Konzern komplett auf E-Mobilität aus.

Klarer Fokus

BMW: Münchner Autobauer leitet Strategie-Schwenk ein und kündigt neue Fahrzeugklasse an

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Der Münchner Autobauer BMW schärft seine Strategie nach. Künftig wollen sich die Bayern konsequent Richtung E-Mobilität ausrichten.

München – Im Rennen um die Vorherrschaft bei E-Autos erhöht BMW das Tempo. Ab 2025 wollen die Bayern mit der „Neue Klasse“ eine vollständig neue Produktfamilie begründen. Sie soll eine komplett neue Software sowie „neu entwickelte Antriebe und Batterien“ erhalten, kündigte BMW-Chef Oliver Zipse am Mittwoch in München an. Zudem sollen die künftigen Fahrzeuge auch beim Thema Nachhaltigkeit „ein radikal neues Niveau über den gesamten Lebenszyklus“ erhalten.

Die Einführung der „neuen Klasse“ Anfang der 60er Jahre gilt als zentraler Meilenstein in der Geschichte von BMW. Zugleich setzte der Konzern am Mittwoch die Ziele für den Anteil von E-Fahrzeugen hoch. Ab 2030 soll bereits jeder zweite verkaufte BMW ein Stromer sein. Mini soll ab 2031 zur reinen E-Marke werden.

BMW: Strategie-Schwenk mit klarem Fokus - Konzern schärft nach

Mit der Neuen Klasse richtet sich der Konzern künftig klar Richtung E-Mobilität aus. Zuvor hatten die Bayern stets ihre Technologie-Offenheit betont und neben Verbrennern auch Hybride sowie E-Autos ausbalanciert. Nun schärft der Konzern die langfristige Roadmap nach.

Nach zwei Jahren mit Gewinnrückgängen strebt das Unternehmen für 2021 „einen deutlichen Anstieg beim Konzernergebnis vor Steuern an“. Die Autoverkäufe sollen nach dem Rückgang auf 2,3 Millionen im vergangenen Jahr solide wachsen. Vor allem in China war die Nachfrage zuletzt stark gestiegen. Die Ergebnismarge im Autosegment (Ebit-Marge) soll von 2,7 auf 6 bis 8 Prozent vom Umsatz steigen. Finanzvorstand Nicolas Peter sagte: „2021 steht für uns im Zeichen des Wachstums. Gleichzeitig sind wir darauf vorbereitet, flexibel zu reagieren.“

Starker Jahresauftakt bei BMW - Konzern gibt sich verhalten optimistisch

Mit dem Start ins laufende Jahre zeigte sich das Unternehmen sehr zufrieden. Per Ende Februar habe der Absatz um 24,5 Prozent über Vorjahr gelegen, erklärte Vertriebsvorstand Pieter Nota. Vor allem in China hätten sich die Verkäufe weiterhin sehr positiv entwickelt, hieß es.

Mit Blick auf die angespannte Nachfrage bei Halbleitern gab sich der Konzern verhalten optimistisch. Man habe „rechtzeitig und vollumfänglich“ geordert und fordere die Belieferung durch die Lieferanten auch ein, sagte Einkaufsvorstand Andreas Wendt. Im Vergleich zu Wettbewerbern wie Volkswagen oder Mercedes-Benz haben sich die Bayern bislang vergleichsweise gut geschlagen. Während Audi, VW oder Mercedes-Benz ihre Produktion wegen fehlender Halbleiter im Januar zwischenzeitlich sogar drosseln mussten, liefen die Bänder bei BMW weiter.

BMW: Großteil des geplanten Stellenabbaus umgesetzt

Beim geplanten Abbau von 6000 Stellen sieht sich der Konzern auf der Zielgeraden. Im vergangenen Jahr hatten bereits rund 5300 Mitarbeiter das Unternehmen im Zuge freiwilliger Abfindungsvereinbarungen und verlassen. Die verbleibenden 700 Stellen sollen im laufenden Jahr im Rahmen der üblichen Fluktuation wegfallen, erklärte eine Konzernsprecherin am Mittwoch gegenüber Merkur.de*. BMW hatte sich im vergangenen Sommer mit dem Betriebsrat auf einen Stellenabbau geeinigt. (*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA)

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