BMW: Dienstag läuft in Leipzig das erste fertige Auto vom Band

- München/Leipzig - Seit dreieinhalb Jahren wird auf diesen Termin zugearbeitet. Am kommenden Dienstag um 7 Uhr läuft im neuen BMW-Werk Leipzig das erste Auto vom Band. Das bestätigte der Sprecher von BMW Leipzig, Hubert Bergmann. Offiziell wird das Werk am 13. Mai eröffnet.

<P>Wenn die Polit-Prominenz - unter anderem Kanzler Gerhard Schröder - erscheint, werden schon mehrere 1000 Autos von den Bändern gerollt sein. In dem Werk wird wie in München und Regensburg der neue 3er gebaut. Doch ist Leipzig, wie auch die anderen Fabriken von BMW, darauf ausgelegt, unterschiedliche Modelle nebeneinander produzieren zu können, betont Bergmann. Auf dieses Weise versucht man im Konzern, die Schwankungen im Produktionszyklus eines Modells weitgehend auszugleichen.<BR><BR>Am ersten BMW "made in Leipzig" wird bereits gearbeitet. Denn von der Anlieferung der Teile bis zum fertigen Fahrzeug dauert es bei allen Autoherstellern mehrere Tage. Auch am Wochenende geht in Leipzig die Arbeit weiter. Der Samstag ist im neuen BMW-Werk normaler Arbeitstag.<BR><BR>Zwischen 60 und 140 Stunden laufen die Maschinen jede Woche. Die einzelnen BMW-Werker arbeiten im Schnitt 38 Stunden. Doch sie tragen über Arbeitszeitkonten dazu bei, dass in Leipzig die bei BMW auch in anderen Werken hohe Flexibilität noch einmal gesteigert werden konnte.<BR><BR>Nicht nur bei der Entkopplung von individueller Arbeit und Betriebszeit setzt BMW-Leipzig Maßstäbe. Auch räumlich bietet das mit Aluminium verkleidete Werk, bei dem sternförmig um ein Zentralgebäude die Produktionsbereiche angeordnet sind, flexible Erweiterungsmöglichkeiten.<BR><BR>Davon allerdings ist man noch meilenweit entfernt. Rund 2500 Menschen arbeiten in dem Werk. Rund 5000 sollen es sein, wenn die Produktion einmal auf Hochtouren läuft. Dann können 650 fertige Autos am Tag das Werk verlassen. Bis dahin dauert es Monate oder sogar Jahre. Immer wieder sind Feinabstimmungen zwischen einzelnen Produktionsschritten möglich. Denn nicht am grünen Tisch, erst in der Praxis lässt sich die Produktion einer Autofabrik so optimieren, dass alles wirklich rund läuft.<BR><BR>Auch sind derzeit noch eine ganze Reihe der künftig in Leipzig Beschäftigten in anderen Werken - um auf ihre späteren Aufgaben vorbereitet zu werden. Doch sind bereits heute fast alle BMW-Beschäftigten in Leipzig in der Region neu eingestellt worden. Weniger als 10 Prozent sind "Gastarbeiter" aus der Konzernzentrale oder aus anderen Werken.<BR><BR>Für die Region geht es nicht nur um die 5000 Stellen, die bei BMW geschaffen werden. Es wird geschätzt, dass mindestens ebenso viele Stellen durch die Zulieferer entstehen, die sich rund um das neue Werk ansiedeln. Dazu kommen weitere Arbeitsplätze als mittelbare Folge - weil die regionale Wirtschaftskraft steigt. Auch hier wird eine vierstellige Zahl neuer Stellen erwartet.<BR><BR>Nicht nur das Land Sachsen wird davon profitieren. Die Ausstrahlung des Werks, das nahe am Flughafen Leipzig-Halle liegt, wird auch im südlichen Sachsen-Anhalt für Belebung sorgen. Immerhin steigt nach einer Studie, die der Sender MDR beim Münchner Ifo-Institut in Auftrag gegeben hat, die Kaufkraft in der Region um die Messestadt um zwei bis drei Prozent. Das Steueraufkommen (das Bund Länder und Gemeinden sich teilen müssen) wird durch das BMW-Werk Leipzig mittelfristig um rund 500 Millionen Euro im Jahr höher ausfallen.</P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Regierungschefs beraten über BER-Eröffnung
Fünfeinhalb Jahre, nachdem er eigentlich eröffnet sein sollte, wird am Hauptstadtflughafen immer noch gebaut und repariert. Heute wird mal wieder über den Zeitplan …
Regierungschefs beraten über BER-Eröffnung
US-Unternehmen übernimmt deutschen Auto-Teilehändler Stahlgruber
Der US-Autoteilehändler LKQ will den deutschen Auto-Ersatzteilehändler Stahlgruber kaufen. Noch ist die Übernahme aber nicht von den Behörden genehmigt worden. 
US-Unternehmen übernimmt deutschen Auto-Teilehändler Stahlgruber
Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam
Apple hat den Kauf der Musikerkennungs-App Shazam bestätigt. Der Preis könnte laut Medieninformationen über 400 Millionen Dollar gewesen sein. 
Apple kauft Musikerkennungs-App Shazam
Dax resigniert vor 13.200 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Am deutschen Aktienmarkt haben die Anleger zum Wochenbeginn vergeblich auf einen ersehnten Jahresendspurt gewartet. Nach einem frühen …
Dax resigniert vor 13.200 Punkten

Kommentare