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Autoindustrie

Was das BMW-Elektroauto kostet

München - Stück für Stück lüftet BMW den Schleier um das Elektroauto i3. Zwei Wochen vor der offiziellen Vorstellung geht es vor allem um die Kosten. Wichtigster Posten: Der Basis-Preis für das Auto liegt bei 36.000 Euro.

Die Zahl wird immer noch als Geheimnis gehandelt. Doch einer, der es wirklich weiß, nannte gegenüber unserer Zeitung den Preis für den BMW i3 mit 36.000 Euro. Das Elektroauto des Münchner Konzerns ist preislich somit am unteren Ende der Erwartungen angesiedelt und bleibt deutlich unter der Marke von 40.000 Euro, die Konzernchef Norbert Reithofer bereits vor Jahren vorgab. Der Preis des BMW bleibt sogar spürbar unter dem des Opel Ampera, der mit 10 000 Euro mehr in den Listen steht – und derzeit das einzig vergleichbare Fahrzeug am Markt ist.

Dabei ist der BMW in seiner Grundausstattung aber als reines Elektroauto ausgelegt, während der Ampera noch einen Verbrennungsmotor hat, der nach 80 Kilometern elektrischem Fahren die Batterie lädt. Doch selbst mit einem solchen – bei BMW aufpreispflichtigen – Bordkraftwerk, das die Reichweite von 130 bis 160 Kilometern auf bis zu 300 Kilometer ausdehnt, bleibt der i3 weit unter dem Preis des Rüsselsheimer Konkurrenten.

Geheim ist noch die Aufpreisliste. Sie könnte die realistischen Anschaffungskosten hochtreiben. Doch BMW will sich diesmal zurückhalten. Der Konzern hat angekündigt, dass der Käufer vieles, was er bisher beim Kauf ordern muss, auch später problemlos als Software nachladen kann. Damit verursacht Zubehör erst dann Kosten, wenn man es wirklich braucht. Die Einstiegshürde wird so niedrig gehalten.

„Bis zu 10 Prozent Aufpreis“, nennt BMW Vertriebsvorstand Ian Robertson als Schwelle, die den Verkauf eines Elektroautos noch nicht hemmt. Ob diese Schwelle erreicht ist, hängt davon ab, wie man den i3 einstuft. Ist er ein Fahrzeug der Kompaktklasse, wie es die Maße für Innen- und Kofferraum nahelegen? Oder gehört er zur Mittelklasse, wie die Ziffer drei belegen soll, die bei BMW für diese Autogröße steht? Für einen Kompakten wäre der i3 zu teuer. Für die Mittelklasse samt dem BMW-typischen Premium-Aufschlag läge der Preis im gesteckten Rahmen.

Es gibt in der Werkstatt nicht viel zu tun: Elektromotor und die Batterie im Unterboden sind praktisch wartungsfrei. Teile, die in normalen Autos die Inspektionen teuer machen, fehlen im elektrischen i3 weitgehend.

Hat man das Fahrzeug erst einmal bezahlt, spielt der Elektroantrieb Kostenvorteile aus. Für rund fünf Euro bekommt der Fahrer bei den gegenwärtigen Stromtarifen die Batterie vollgeladen. So liegt der Strompreis für 100 Kilometer bei rund drei Euro. Deutlich teurer wird die Fahrt, wenn man das kleine Kraftwerk gekauft hat und auch nutzt. Dessen Neun-Liter-Benzintank sorgt für weitere 130 Kilometer, die aber rund dreimal so teuer sind wie die rein-elektrische Fahrt.
Da stellt sich die Frage, ob man nicht besser den Motor auslässt eine Kaffee-Pause macht und die Batterie an einer Schnell-Ladesäule nachlädt. Nach einer halben Stunde Express-Ladung ist der Stromspeicher wieder zu 80 Prozent voll. Daheim an einer haushaltsüblichen Steckdose dauert das rund sechs Stunden.

Insgesamt spricht Robertson von „um 44 Prozent geringeren Energie- und Wartungskosten“. Ein Beschäftigungsprogramm für Werkstätten und Wartungsbetriebe wird der i3 wohl nicht. Es gibt beispielsweise kein Motorenöl, das gewechselt werden muss. Nicht 5000, 10 000 oder 20 000 Kilometer beträgt das Wartungsintervall – sondern völlig unabhängig von der Fahrleistung zwei Jahre. Das ist die Frist, nach der aus Sicherheitsgründen die Bremsflüssigkeit eines Autos erneuert werden muss.

Die Flüssigkeit für die Scheibenwaschanlage kann zwischendurch jeder Laie auch selbst nachfüllen. Den falschen Behälter kann man beim i3 gar nicht erwischen. Es gibt unter dem, was normalerweise Motorhaube heißt, nur diesen einen Tank und ein Fach fürs Ladekabel.

Doch was passiert nach einem Unfall? Beschädigte Teile der Karbon-Karosserie können mit einer Trennscheibe herausgeschnitten werden. An ihrer Stelle werden Reparaturteile eingeklebt. Doch nur in wenigen Fällen wird es dazu kommen. Reparaturen nach Bagatellunfällen treiben derzeit die Versicherungsprämien in die Höhe. Die Karbon-Karosserie des i3 hat da eine erfreuliche Eigenschaft: Kleine Dellen bilden sich oft ganz von selbst wieder zurück.

Von Martin Prem

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