BMW: Fünf Wochen Weihnachtspause - Opel: Vier-Tage-Woche

Frankfurt - Deutsche Autobauer ziehen alle Register der Arbeitszeitverkürzung um ihre Produktion der gesunkenen Nachfrage anzupassen.

Mit Produktionskürzungen kämpft die Autoindustrie gegen den Absatz-Einbruch. Wegen der Absatzkrise schickte BMW die Beschäftigten seines Münchner Stammwerks schon zu Nikolaus in die Weihnachtsferien. "Ab Montag fangen die Weihnachtsferien im Werk München an", sagte Unternehmenssprecher Marc Hassinger. Die Mitarbeiter haben seinen Angaben zufolge keine Gehaltseinbußen zu fürchten, vielmehr würden Überstunden abgebaut.

Bei Daimler finden an allen Standorten in Deutschland Gespräche mit den Betriebsräten statt, wie eine Konzernsprecherin sagte. Dabei würden die Möglichkeiten durchgesprochen, die Produktionsdrosselung über Arbeitszeitkonten, Arbeitszeitverkürzung oder Kurzarbeit zu organisieren. "Es wird geprüft, was wo anwendbar ist", erklärte die Sprecherin.

Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete, der Konzern habe seine Pläne für Kurzarbeit auf alle Werke ausgeweitet. Daimler will 150 000 Mitarbeiter in verlängerte Weihnachtsferien schicken.

Im Lastwagen-Stammwerk von Mercedes-Benz im rheinland-pfälzischen Wörth sollen in diesem Jahr die Weihnachtsferien eine Woche länger dauern, sagte eine Konzernsprecherin.

Außerdem würden die Osterferien von einer Woche auf zwei Wochen verlängert. Bis Ende des Jahres sollten die meisten Zeitarbeiter in deutschen Lkw-Werken entlassen werden, hatte Daimler Ende November mitgeteilt.

BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner forderte unterdessen einen staatlichen Rettungsschirm für angeschlagene Zulieferer. "In einer so schwierigen Krisensituation muss der Staat einspringen", sagte er "Focus". Staatliche Hilfe könnten bald auch die Autobanken in Anspruch nehmen, sagte der Manager. Wie die anderen Autobanken sei auch die von BMW für die Absatzfinanzierung darauf angewiesen, sich am Finanzmarkt mit Kapital zu versorgen. Wäre dies weiterhin wegen der zögerlichen Haltung der Banken nur eingeschränkt möglich, seien weitere Schritte erforderlich.

Im Opel-Werk in Eisenach zeichnet sich eine schnelle Einigung über die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit ab, wie Werksleiter Leo Wiels der "Wirtschaftswoche" sagte. "Wir können laut Tarifvertrag die Arbeitszeit von 38 auf 33 Stunden reduzieren. Darüber sprechen wir mit dem Betriebsrat", sagte Wiels. Denkbar sei auch eine Viertagewoche. Acht der zehn größeren Werke legen bei Opel eine verlängerte Weihnachtspause ein.

ap

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