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In der neuen Speicherfarm von BMW in Leipzig sind 500 ausgediente und neue E-Auto-Batterien verbaut. Sie sollen den mit werkseigenen Windrädern erzeugten Strom speichern. Bei Flaute oder besonders hoher Produktionslast im Werk soll die Energie aus den Batterien ins Netz eingespeist werden. Das Modell soll künftig auch an anderen BMW-Standorten zum Einsatz kommen.

Autoindustrie

BMW gönnt verbrauchten i3-Batterien eine zweite Karriere

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Verbrauchte Batterien aus dem BMW-Elektroauto i3 werden künftig zur Produktion neuer Autos eingesetzt. Mit diesem Konzept senkt BMW in seinem jüngsten deutschen Werk Leipzig die Abhängigkeit von externen Energieversorgern.

Leipzig – Vier gigantische Windräder ragen vor dem riesigen Fabrikkomplex in den Himmel. Damit signalisiert BMW an seinem Leipziger Werk, was seit Jahren zu den Kernbotschaften des Münchner Konzerns gehört: Ein möglichst schonender Umgang mit Ressourcen – auch bei der Produktion. 75 Prozent des im Werk verbrauchten Stroms sind hausgemacht. Diese Quote könnte nun noch einmal deutlich ansteigen.

In einer kleinen Halle wird der überschüssige Windstrom für Zeiten gebunkert, in denen einmal Flaute herrscht. Dabei helfen ausgerechnet Batterien, die ihre erste Karriere im Elektroauto bereits hinter sich haben. Beispielsweise hunderte Stromspeicher aus der ersten Generation des Elektroautos i3, die inzwischen ersetzt wurden, um die Reichweite zu verlängern. Und die Zahl könnte in den nächsten Jahren noch einmal deutlich ansteigen. Immerhin 100.000 i3 haben bisher das Leipziger Werk verlassen. Ihre Batterien haben irgendwann ausgedient. Acht Jahre lang garantiert BMW nach den Worten von Konzernchef Harald Krüger für die Hochvoltbatterien. Die meisten dürften länger halten.

In der Regel fällt nach zehn bis zwölf Jahren ihre Kapazität auf 70 bis 80 Prozent des Neuzustands, die Reichweite sinkt und die Ladezeiten werden länger. Für die über 100.000 Batterien, die bis 2030 für den mobilen Einsatz zu träge geworden sein werden – und eine noch weit größere Zahl aus Plugin-Hybrid-Autos, beginnt eine zweite Karriere als stationärer Stromspeicher in der Leipziger Speicherfarm, wie BMW den Einsatzort der Batterien in Altersteilzeit nennt.

Im Regal spielt das schlechtere Verhältnis zwischen Gewicht und Leistung keine so wichtige Rolle wie im Auto. Die Aufnahme und Abgabe von Strom läuft bei den Batterie-Senioren im Schongang. So können sie weitere zehn bis zwölf Jahre wertvolle Dienste leisten. Virtuelle Kraftwerke, bei denen Windräder, Solaranlagen und Stromspeicher zusammengeschaltet werden, sind ein Weg, das ständige Auf und Ab bei der Produktion von Ökostrom zu einem möglichst großen Teil auszugleichen.

BMW i3 in Los Angeles.

Das soll nicht nur innerhalb des Werks in Leipzig geschehen. Auch Stromversorger haben großes Interesse an solchen Batterieparks, die es ihnen bei Spannungsabfall in den Netzen ersparen könnte, für viel Geld Gaskraftwerke hochzufahren.

Von einem „neuen Geschäftsmodell“ spricht BMW-Chef Harald Krüger. Vorerst zumindest will er aber nicht in das Endkundengeschäft mit stationären Stromspeichern für Privathaushalte einsteigen – wie der Elektromobilitäts-Konkurrent Tesla es bereits tut. Allerdings gibt es mehrere Dienstleister, die gebrauchte Hochvoltbatterien aus Autos für diesen Zweck umschulen. Doch noch sind die alten Batterien sehr rar. Das erkennt man auch, wenn man durch die Speicherfarm in Leipzig blickt. In elfstöckigen Regalen ist Platz für 700 ausgediente i3-Batterien. Doch 200 der Plätze sind leer. Und in 300 von den 500 besetzten Plätzen lagern keine alten, sondern neue Batterien. Es sind Stromspeicher, die als Ersatzteile ihren Einsatz im Auto noch vor sich haben. Hier macht BMW aus der Not eine Tugend: Denn der Betrieb im Schongang der Speicherfarm hält die Batterien besser fit, als wenn sie völlig ungenutzt irgendwo gelagert werden.

Bislang verkauft sich der i3 vor allem im Ausland. In den ersten drei Quartalen 2017 gingen nach Angaben einer BMW-Sprecherin gut 3100 der E-Kleinwagen nach Deutschland. Die größten Absatzmärkte für den in Leipzig gefertigten i3 waren in diesem Jahr bislang Norwegen, die USA, Deutschland und Großbritannien.

von Martin Prem

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