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Chip-Mangel immer schlimmer: Jetzt liefert BMW neue Autos ohne Touchscreens aus

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Von: Felix Durach

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Roboter arbeiten an der Karosserie von verschiedenen BMW-Modellen im Stammwerk.
Der Münchner Autobauer BMW hat bekannt gegeben, aufgrund der Chipknappheit diverse Modelle ohne Touchscreens ausliefern zu müssen. © Sven Hoppe/dpa

Beim Münchner Autobauer BMW kommt es zu spürbaren Einschränkungen durch den weltweiten Chip-Mangel. Diverse Modelle müssen ohne Touchscreen ausgeliefert werden.

München - Seit Ende des vergangenen Jahres befindet sich die weltweite Autoindustrie in einer Chip-Krise. Ein erheblicher Mangel der für die Autoproduktion so wichtigen Halbleitern sorgt bei den großen Autobauern für Einschränkungen und Verzögerungen in der Produktion. So entschied sich unter anderem der deutsche Autohersteller Opel dazu, die Produktion im Werk Eisenach bis zum Jahresende einzustellen. Doch Einschränkungen stehen nun auch den Kunden des Münchner DAX-Konzerns BMW bevor.

BMW kündigt „temporären Entfall der Touch-Funktion“ an - Reaktion auf die Chip-Krise

Wie ein Sprecher des Unternehmens gegenüber golem.de bestätigte, wird BMW in zahlreichen Modellreihen, die in den kommenden Wochen ausgeliefert werden sollen, keine Touchscreens zur Bedienung des Infotainment- bzw. Navigationssystems verbauen können. Betroffen von den Einschränkungen sind Modelle der 3er-Reihe, der 4er-Reihe, das Cabrio Z4, sowie die SUV-Reihen X5, X6 und X7. Die betroffenen Fahrzeuge werden zunächst im BMW-Werk Spartanburg in South Carolina ausgeliefert.

Der Sprecher des Unternehmens gab an, dass die eingeschränkte Funktionalität auch „bei einigen Modellen auf dem deutschen Markt“ auftreten werden und sprach diesbezüglich von einem „temporären Entfall der Touch-Funktion“. Betroffene Kunden sollen für den nicht verbauten Touchscreen jedoch eine Gutschrift, sowie die Möglichkeit erhalten, die Funktion in naher Zukunft nachrüsten lassen zu können.

BMW leidet unter Chip-Mangel - Auch Assistenzsystem wird vorerst nicht mehr verbaut

Angesteuert werden kann Infotainmentsystem bei den betroffenen Modellen weiterhin ganz normal über den iDrive-Controller in der Mittelkonsole, der sich in Autos von BMW bereits seit Jahren etabliert hatte. Auch die Verbindung des Smartphones mit dem Auto via Apple CarPlay oder Android Auto wird von dem fehlenden Touchscreen nicht beeinflusst.

Neben dem Touchscreen müssten entsprechende Fahrzeuge mit dem Paket Parking Assistant Plus jedoch aufgrund der Chip-Knappheit auf den Rückfahrassistenten verzichten. Dieser ermöglicht es dem Fahrer die letzten 50 Meter des gefahrenen Weges automatisch zu rekonstruieren. Damit kann das Auto unter anderem automatisch rückwärts aus engen Sackgassen herausfahren.

Chip-Mangel in der Autoindustrie: Ende der Einschränkungen nicht absehbar

Nicht betroffen von den Einschränkungen durch den Chip-Mangel sind nach Angaben des Münchner Autobauers die beiden vollelektrischen Modelle iX und i4. Diese werden also weiterhin mit Touchscreen und den entsprechenden Assistenzsystemen ausgeliefert. Wie lange die Auslieferung von Autos ohne Touchscreen durch BMW andauern wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abzusehen. BMW-Finanzvorstand Nicolas Peter kündigte jedoch bereits in der vergangenen Woche an, dass der Konzern damit rechne, „dass die Halbleiterversorgung uns auch noch über 2021 hinaus beschäftigen wird.“ (fd)

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