Karosserien des Modells BMW 3 werden im Fertigungswerk der BMW-Brilliance Automotive montiert.
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Produktion des 3er BMW im Werk Shenyang: Der Mutterkonzern des chinesischen Joint-Venture-Partners ist finanziell angeschlagen.

Vor den Quartalszahlen

BMW: Mutterkonzern des chinesischen Partners Brilliance ist klamm – Münchner Autobauer reagiert

  • Thomas Schmidtutz
    vonThomas Schmidtutz
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Für BMW ist China der wichtigste Automarkt. Doch ausgerechnet der Mutterkonzern des wichtigsten BMW- Partners ist jetzt in Turbulenzen.

  • China ist inzwischen der wichtigste Markt für BMW.
  • Im dritten Quartal haben die Bayern in China ein Absatzplus von rund 30 Prozent* eingefahren.
  • Doch die Mutter des chinesischen Joint-Venture-Partners steckt in immer größeren Schwierigkeiten.

München – Die Mutter-Gesellschaft des chinesischen BMW*-Partners Brilliance China Automotive Holding (CBA) hat mit Zahlungsschwierigkeiten zu kämpfen. 

Das geht aus einer Mitteilung hervor, die die CBA-Mutter Brilliance Auto Group an der Börse Shanghai veröffentlicht hat. Danach konnte die Konzern-Holding eine am vergangenen Freitag fällig gewordene Unternehmensanleihe mit einem Volumen von einer Milliarde Yuan und 53 Millionen Yuan an Zinsen (zusammen etwa 126,8 Millionen Euro) zum Stichtag nicht zurückzahlen.

Man arbeite noch immer hart daran, die notwendigen Mittel aufzunehmen und befinde sich in Verhandlungen mit Investoren, hieß es in einer weiteren Börsen-Mitteilung, die auf Montag datiert war.

BMW: Konzern-Sprecherin gibt Entwarnung

Eine BMW-Sprecherin erklärte gegenüber Merkur.de*, die aktuelle Situation habe „auf unser gemeinsames Joint Venture BMW Brilliance Automotive keinen Einfluss“.

Brilliance ist seit längerem finanziell angeschlagen. Nach einem Bericht des chinesischen Wirtschaftsmagazins Caixin soll das Unternehmen Verbindlichkeiten von umgerechnet gut 16 Milliarden Euro haben.

Brilliance und BMW bauen im Werk Shenyang unter anderem die 3er Limousine und den X1. Das Gemeinschaftsunternehmen mit dem deutschen Premium-Hersteller soll laut Caixin zuletzt 90 Prozent zum Gesamt-Umsatz von Brilliance beigetragen haben. BMW hatte 2018 angekündigt, seinen Anteil am Joint-Venture mit Brilliance bis 2022 von 50 auf 75 Prozent erhöhen zu wollen.

BMW: Starke Mittelzuflüsse schüren Erwartungen vor Quartalszahlen

Der Münchner Autobauer legt am 4. November seine Ergebnisse für das dritte Quartal vor. Erst vor gut einer Woche hatten die Bayern überraschend eine Ad-hoc-Mitteilung veröffentlicht. Danach lagen die freien Mittelzuflüsse im Kerngeschäft von Juli bis September bei 3,065 Milliarden Euro und damit deutlich über dem Vorjahreswert von 714 Millionen Euro. Der unerwartet starke Free Cash Flow hatte die Erwartung auf starke Zahlen zum dritten Quartal weiter angefacht.

BMW-Betriebsratschef Manfred Schoch hatte sich unlängst ebenfalls zuversichtlich für das laufende Jahr geäußert. Im Gesamtjahr 2020 werde BMW trotz Corona-Krise und des Absatzrückgangs „ganz sicher ein positives Ergebnis schreiben“, sagte Schoch gegenüber Merkur.de*. Damit werde es 2020 „definitiv“ auch keine betriebsbedingten Kündigungen geben. *Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen Digital Redaktionsnetzwerks.

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