BMW-Erbin feiert Coup in München - Susanne Klatten will Städte neu erfinden.
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BMW-Erbin feiert Coup in München - Susanne Klatten will Städte neu erfinden.

Einweihung mit OB Reiter

BMW-Erbin feiert Coup mitten in München - Susanne Klatten will Städte neu erfinden

  • Sebastian Hölzle
    VonSebastian Hölzle
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BMW-Erbin Susanne Klatten plant Großes: Die Stadt der Zukunft. Das neue Gründerzentrum in München soll die Basis sein.

München - Es ist der nächste Coup von Susanne Klatten: Mitten in München hat die Milliardärin ein neues Gründerzentrum bauen lassen. Die BMW*-Großaktionärin will, dass Architekten, Künstler, Wissenschaftler und Studenten hier die Stadt der Zukunft entwickeln. München selbst will profitieren.

München: Reiter und Klatten weihen Gründer-Zentrum ein - entsteht hier die Stadt von morgen?

Dass der fünfstöckige Glasbau mitten im Herzen der Stadt München* steht, ist kein Zufall: Munich Urban Colab heißt das neue Gründerzentrum, am Montag haben Susanne Klatten und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD*) das mehrere Turnhallen große Gebäude offiziell eröffnet. Es geht in dem Neubau um nichts weniger als um die Stadt der Zukunft. „Wie gewinnen wir Energie? Wie halten wir die Luft sauber? Wie lenken wir Verkehr? Wie bleibt Wohnen bezahlbar?“, fragte Susanne Klatten bei der Einweihungsfeier – Antworten lieferte Klatten nicht.

Antworten erhofft sich die BMW-Großaktionärin von Start-ups, Studenten, Architekten, Künstlern und Wissenschaftlern, sie sollen im Munich Urban Colab nachhaltige Ideen und Konzepte für Stadtplaner entwickeln.

Café vor dem Munich Urban Colab in München.

Susanne Klatte: Reichste Frau Deutschlands setzt auf junge Menschen - Zusammenarbeit mit TU München

Susanne Klatten, laut „Forbes“ die reichste Frau Deutschlands, setzt seit Jahren auf den Gründergeist junger Menschen, immer mit dem Ziel, die Zukunft besser zu gestalten. Um die Jahrtausendwende gründete Klatten in Garching (Kreis München) die Start-up-Schmiede UnternehmerTUM. Rund 500 Start-ups sind hier bereits entstanden, geschätzt die Hälfte dürfte nach Angaben der Initiative die schwierige Gründerphase überlebt haben. Die Großbuchstaben TUM stehen für die Technische Universität München, mit der die Milliardärin kooperiert.

Die UnternehmerTUM ist auch offizielle Betreiberin des am Montag in München eingeweihten Munich Urban Colabs nahe der Dachauer Straße, nur wenige hundert Meter südlich des Olympiaparks. Mit ihrem Neubau schlägt die UnternehmerTUM, die vor allem durch Maschinenbau-Start-ups bekannt ist, eine neue Richtung ein: Jetzt sollen Jungunternehmen nachhaltige Konzepte für Millionenstädte entwickeln. Klatten erhofft sich nicht nur abstrakte Ideen, die Konzepte sollen ganz konkret in der bayerischen Landeshauptstadt erprobt werden. An die Adresse von Münchens Oberbürgermeister sagte sie: „Unsere Lösungen werden unkonventionell sein, und sie bedürfen Ihrer unkonventionellen Unterstützung, Herr Reiter.“ Auch in München mache die rasante Entwicklung der Stadt vielen Menschen Angst, sagte sie. „Wenn man in San Francisco neben Twitters Hauptquartier die Obdachlosen sitzen sieht, weiß man auch, warum“, mahnte Klatten.

In dem lichtdurchfluteten Gebäude sollen Gründer Raum für neue Ideen finden.

München: OB Reiter verspricht Unterstützung - Gebäude für Munich Urban Colabs kostet 30 Millionen Euro

Münchens Oberbürgermeister sicherte Klatten seine Unterstützung zu – zumal die Stadt als Partner ohnehin mit an Bord ist. Konkret sieht die Kooperation so aus: Klatten hat mit ihrer UnternehmerTUM das Gebäude für 30 Millionen Euro bauen lassen, die Stadt München hat das Grundstück im „Kreativquartier“ auf dem Gelände der ehemaligen Luitpoldkaserne zur Verfügung gestellt.

Die Stadt selbst hat großes Interesse an den Ideen der Start-ups und hofft auf einen engen Draht zu den jungen Firmen. Das Wirtschaftsreferat der Stadt hat im Gründerzentrum eigene Büros, die Stadtwerke München (SWM) und die städtischen Verkehrsbetriebe MVG sind ebenfalls präsent. Eng ist außerdem die Vernetzung mit großen Unternehmen: Mit BMW, Infineon, Siemens und SAP sind vier Dax-Schwergewichte im Munich Urban Colab, weitere Partnerfirmen sollen folgen.

Neue Exportschlager aus München? Klattens Ideenschmiede soll Lösungen der Zukunft liefern

Sind die Mobilitätsideen und städtebaulichen Konzepte in der Stadt München erst einmal erprobt, sollen sie sich zu weltweiten Exportschlagern entwickeln und Städte weltweit auf Nachhaltigkeit trimmen, so die Idee der Initiatoren. Der wachsende Bevölkerungsdruck in Großstädten sieht Klatten als globales Problem, das es zu lösen gilt. Ob das gelingt, hängt jetzt von den jungen Gründerinnen und Gründern ab, die nach und nach den Neubau in München in Beschlag nehmen werden.

Für eine angenehme Arbeitsatmosphäre haben die Architekten gesorgt: Die Räume sind hoch, Fensterfronten fluten das Gebäude mit Licht, es gibt ein Café, zwei Wintergärten sowie einen Sport- und Fitnessraum. Die Architektur und das Raumkonzept lassen sich auch als versteckte Botschaft an den Unternehmernachwuchs verstehen: Ausreichend Platz, Licht, frische Luft und viel Grün – so sollen die Städte der Zukunft aussehen.

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