1. Startseite
  2. Wirtschaft

BMW-Chef Zipse stemmt sich gegen vorzeitige Verbrenner-Verbote - „Schädlich fürs Klima“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Felix Durach

Kommentare

Der Vorstandsvorsitzende des Münchner Autobauers BMW, Oliver Zipse.
Der Vorstandsvorsitzende des Münchner Autobauers BMW, Oliver Zipse, hat sich gegen ein verfrühtes Verbot für Verbrenner ausgesprochen. © Sven Hoppe/dpa

Der Vorstandsvorsitzende von BMW, Oliver Zipse, hat sich kritisch zu einem verfrühten Verbrenner-Ausstieg geäußert und vor den Folgen gewarnt.

München – Der Münchner Autobauer BMW hat sich gegen bestehende Pläne über ein vorzeitiges Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren gestellt und vor den daraus folgende Konsequenzen gewarnt. Vorstandsvorsitzender Oliver Zipse sprach am Mittwochvormittag auf dem Auto-Gipfel des Handelsblatts über ein mögliches Verbot und teilte die Position des BMW-Konzerns mit: „Wir glauben, das ist schädlich fürs Klima“, so der 57-Jährige.

BMW-Chef Zipse kritisiert verfrühtes Verbrenner-Verbot - „Hier wird zu kurz gedacht“

Mit seiner Kritik reagiert Zipse auf die Vorgänge auf dem Weltklimagipfel in Glasgow am Mittwoch. Dort haben sich rund 30 Ländern gemeinsam mit weltweit führenden Fahrzeugherstellern darauf geeinigt, spätestens bis 2040 den Verkauf von Autos mit Verbrennungsmotoren einzustellen. Deutschland hatte darauf verzichtet, die Erklärung zu unterzeichnen und gab als Begründung das „Ergebnis der regierungsinternen Prüfung“ an.

In der Ablehnung scheinen die Bundesregierung und die BMW-Führung auf jeden Fall an einem Strang zu ziehen. „Hier wird zu kurz gedacht“, warnte Zipse weiter und sprach sich dafür aus, dass Deutschland als Industrieland weiter in die Forschung von Verbrennungsmotoren investieren sollte. Ein schlichtes Verbot von Autos mit Verbrennungsmotoren würde jedoch dazu führen, „dass wir eine Technologie nicht weiterentwickeln, die wir auch 2035 noch brauchen werden“, erklärte der 57-Jährige weiter.

Verbrenner-Verbot schädlich fürs Klima? BMW-Chef Zipse übt Kritik

BMW hat mit dem i4 und dem iX gerade zwei neue vollelektrische Modelle auf den Markt gebracht und plant, die Produktpalette an E-Autos auch in den kommenden Jahren noch weiter auszubauen. Obwohl BMW die Investitionen in die Elektromobilität in Zukunft weiter erhöhen will, sieht man im Konzern auch über das Jahr 2030 hinaus einen Markt für Verbrenner.

Schädlich fürs Klima könnte ein Verbot nach Einschätzung von Zipse auch deswegen werden, weil der Verkaufsstopp von Verbrennern nicht zwangsläufig eine bessere Elektromobilität zur Folge hätte. „Ein Verbot führt nicht dazu, dass ein Angebot für Ladeinfrastruktur entsteht“, prognostiziert der BMW-Chef. Vielmehr würden die Verbraucher dazu übergehen, ihre alten Autos mit Verbrennungsmotoren möglichst lange weiterzufahren.

Auch über 2030 hinau: BMW will weiter Verbrennungsmotoren entwickeln und verkaufen

Zipse hatte sich bereits im Juni kritisch zu dem Schritt von Konkurrent Audi geäußert, ab 2026 die Entwicklung von Verbrennungsmotoren einzustellen und vor einem unternehmerischen Schrumpfkurs gewarnt. BMW plane, dass die Hälfte der in 2030 verkauften Autos von einem Elektromotor angetrieben werden. (fd)

Auch interessant

Kommentare