Rote Zahlen

BMW in der Corona-Krise: Absatz brutal eingebrochen - Münchner Autobauer streicht Tausende Stellen

Der Münchner Autobauer BMW hat in der Corona-Krise einen Stellenabbau von Tausenden Jobs beschlossen. Ohne betriebsbedingte Kündigung.

München - Der bayerische Autobauer BMW will nun ohne betriebsbedingte Kündigungen 6000 Stellen streichen und hat sich, nach wochenlangen Verhandlungen, mit dem Betriebsrat auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Die Coronavirus-Krise trifft die Autoindustrie hart, zuletzt kündigte auch Daimler massiven Stellenabbau an. Zwar ist die Produktion im Mai wieder angelaufen, die Kurzarbeit für die rund 34.000 Beschäftigten in Deutschland weitgehend aufgehoben, doch die Nachfrage im Zeichen der Coronavirus-Pandemie* weiterhin zurückhalten. Die wichtigsten BMW-Standorte in Deutschland liefen noch im Ein-Schicht-Betrieb, berichtet das Handelsblatt.

Der Stellenabbau soll durch Fluktuation und mit freiwilligen Vereinbarungen erfolgen, teilte BMW am Freitag in München mit. Die Ausbildung soll auf dem hohen Niveau des Vorjahres fortgesetzt werden.

BMW in der Corona-Krise: Kündigungspaket mit Abfindungen

„Rentennahe Altersaustritte“ könnten mit Abfindungen vorgezogen werden, hieß es. 40-Stunden-Verträge würden auf 38 Stunden reduziert. Ein Teil der Mitarbeiter könne in der Corona-Krise auf ein tarifliches Zusatzgeld verzichten und dafür bis zu acht zusätzliche Urlaubstage nehmen. Außerdem unterstützt BMW junge Leute unter 25 Jahren bei externer Vollzeit-Qualifizierung, etwa einem Studium, finanziell und garantiert eine Rückkehr in ein Arbeitsverhältnis nach dem Abschluss. BMW-Personalchefin Ilka Horstmeier sprach von einem Paket, „das uns kurzfristig hilft, das Unternehmensergebnis zu verbessern, uns aber langfristig die Innovationskraft erhält“.

Unverändert werde BMW in die Ausbildung investieren und in diesem und im Folgejahr wieder 1200 Auszubildende allein in Deutschland einstellen. „Auch die Übernahme für die Auszubildenden in den Werken und der Zentrale nach Beendigung der Berufsausbildung gilt weiterhin.“

Coronavirus-Krise: BMW rechnet mit roten Zahlen - Garantie für Mitarbeiter unter Auflagen

Der Autoabsatz ist wegen der Corona-Seuche und der Rezession eingebrochen. Und die Aussichten sind düster. Laut Handelsblatt laufen die Verkäufe in Deutschland nur schleppend an. In Frankreich, Italien und Großbritannien ist die Nachfrage kaum nennenswert. BMW rechnet im laufenden Quartal* mit roten Zahlen. Eine Betriebsvereinbarung garantiert jedem Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz - aber nur, solange BMW einen Jahresgewinn erwirtschaftet. Der Konzern beschäftigt derzeit weltweit etwa 126.000 Mitarbeiter. Gewöhnlich verlassen jährlich etwa 5000 den Autokonzern, die Hälfte davon geht in Rente. Eine Nachbesetzung frei werdender Stellen wird bereits in jedem Einzelfall geprüft. In der Rezession wechseln allerdings weniger Mitarbeiter zu anderen Unternehmen als in normalen Zeiten.

dpa/nai

*Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Jan Woitas

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